Syrien: Die Rebellion gegen die UN-Bürokratie

Bill Richardson, Bewerber um die Kandidatur der Demoratischen Partei bei der Präsidentschaftswahl 2008, rief am 14. Juni 2012 über Fox-News die NATO-Staaten dazu auf, „die Rebellen“ in Syrien militärisch auszubilden und zu bewaffnen. Damit sollten die von den despotischen und blutrünstigen Regimen in Katar und Saudi-Arabien gekauften Putschisten angeblich befähigt werden „Zivilisten“ vor den allesamt loyal zur reformorientierten syrischen Regierung stehenden Einheiten zu „schützen“.

Öffentliche Enthauptung eines Mädchens (Saudi-Arabien, 2010)

Öffentliche Enthauptung eines Mädchens (Saudi-Arabien, 2010)

Richardson übernahm damit die bei salafistischen Wortführern im Libanon übliche Sprachregelung. Ob ihm das bewußt war? Wenn er es wußte, dann kümmerte es ihn entweder nicht oder er findet sogar Gefallen daran, wenn sich die Syrer alle gegenseitig abschlachten. Diese unglaublich menschenverachtende Haltung ist bei den Unterstützern des „demokratischen“ Lagers weit verbreitet und wird offen propagiert.

Hillary Clinton (Teuflische Lügnerin)

Hillary Clinton (Teuflische Lügnerin)

Als eigentlichen Grund nannte Richardson allerdings die von US-Außenministerin Hillay Clinton verbreitete Lüge, wonach Russland „gerade Kampfhubschrauber an Syrien“ liefere, mit denen dort gegen die lange Zeit als „friedliche Demonstranten“ verharmlosten militanten Aufständischen vorgegangen wird.

Angriff auf einen Hubschrauber (Juni 2012 in Kafer Zaita, Syrien)

Angriff auf einen Hubschrauber (Juni 2012 in Kafer Zaita, Syrien)

Die große Mehrheit der syrischen Bevölkerung findet dieses Vorgehen richtig, weil die als Banditen wahrgenommenen „Rebellen“ z.B. Krankenhäuser und andere öffentliche Gebäude in Brand setzen, um das Land in einem Strudel der Gewalt versinken zu lassen. Die syrischen Zivilisten, als deren Beschützer Richardson und die Salafisten sich inszenieren, haben dafür kein Verständnis. Sie wollen auch nicht, daß Polizisten umgebracht werden, die an der Aufklärung der zahlreichen von Banditen an ihren Verwandten und Freunden begangenen Morde und Entführungen arbeiten. In ihrer Verzweiflung bedrängen syrische Zivilisten UN-Beobachter und sind auch bereit ihr Leben für dafür einzusetzen, daß diese Wahrheiten der Weltöffentlichkeit nicht länger verheimlicht werden.

Von Mord und Entführung betroffene syrische Zivilisten (Homs im Juni 2012)

Von Mord und Entführung betroffene syrische Zivilisten (Homs im Juni 2012)

Der historische Vergleich mit den todesmutigen Studenten am Tianmen-Platz, die bereit waren sich von Panzern überrollen zu lassen, drängt sich geradezu auf. Im Gegensatz zur Situation damals in China rebellieren die Syrer jedoch nicht gegen ihre Regierung, sondern gegen die von den Bürokraten der Vereinten Nationen verwaltete Ignoranz von weiten Teilen der Weltgemeinschaft.

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8 Kommentare - “Syrien: Die Rebellion gegen die UN-Bürokratie”

  1. arprin Says:

    Dass die Rebellen auch von den Golfern unterstützt werden, ist sicher nicht positiv. Aber du stellst den Konflikt völlig einseitig dar. Die Verbrechen, die von Assads Mörderbanden begangen werden, erwähnst du mit keinem Wort. Und wenn wir schon bei ausländischen Mitmischern und Terroristen sind: Warum berichtest du nicht über die iranische Unterstützung für Assad und die Zusammenarbeit mit der Hisbollah?

    Außerdem: Wie kannst du nur weiterhin auf SANA verlinken? Die erzählen doch immer nur dieselbe Regimepropaganda. SANA ist genauso glaubwürdig wie der Völkische Beobachter oder die Prawda in den 1960ern. Im Index der Pressefreiheit liegt Deutschland auf Platz 17, Großbritannien auf 19, die USA auf 20, während Syrien auf den 173.Platz verweilt. Nur fünf Länder liegen dahinter. Sogar Al-Jazeera berichtet neutraler als SANA. Immerhin berichten sie über al-Qaida in Syrien: http://www.aljazeera.com/news/middleeast/2012/02/201221794018300979.html An Assads Völkermord hast du als blinder Gläubiger jeder Assad-Propaganda ein gehöriges Maß an Mitschuld! Du bist absolut nicht neutral, du bist extrem einseitig und berichtest wirklich NIE über die Verbrechen des Assad-Regimes!

    Und warum sagst du nicht, was Assad von seinen eigenen Reformen hält? „Rubbish laws of parties, elections and media“ nennt er sie. Warum berichtest du nicht über Assads Vernichtungsdrohungen an Israel? Du hast mal geschrieben: „Präsident Assad zeigt sich dieser Herausforderung abolsut gewachsen!“ In der Tat: Assad zeigt sich der Herausforderung, sein Volk weiter zu belügen und abzuschlachten, ABSOLUT gewachsen.

    Ist das für dich „objektive Berichterstattung“? Ich denke eher, dass du das genau weißt, immerhin habe ich es dir schon in vorherigen Kommentaren gesagt, und dass du es verschweigst, weil es nicht in dein politisches Konzept passt. Damit bist DU hier als teuflischer Lügner entlarvt.

  2. arprin Says:

    1. Ich sprach von der iranischen (und Hisbollahs) Unterstützung bei der Niederschlagung des Aufstandes: http://www.spiegel.de/politik/ausland/iran-liefert-waffen-an-syrien-a-833826.html Darüber verlierst du kein Wort.

    2. Weil SANA nur Propaganda verbreite. Diese Nachricht, die du jetzt verlinkt hast, konnte man doch schon Monate zuvor schon bei Al-Jazeera, BBC, CNN und dem Spiegel lesen.

    3. Du lässt nur die zu Wort kommen, die deine Ansichten wiedergeben, mehr nicht. Kannst du mir auch nur eine Aussage, ein Artikel oder ähnliches von dir zeigen, in der du Assads Massaker kritisierst?

    4. Dass Assad in der Öffentlichkeit nur gut von den Reformen spricht, ist doch klar. Was denkst du denn? Dass er sich hinstellt und sagt: „So, jetzt beginnen die Reformen, die meine Macht sichern und den Anschein von Demokratie erwecken sollen“? Wie er sich privat geäußert hat, ist doch wichtiger: http://www.guardian.co.uk/world/2012/mar/14/bashar-al-assad-syria8

    5. Du betrachtest nur das, was dir passt. Hast du die Augenzeugen, die sagten, dass die Shabiha das Massaker von al-Hula begangen haben, betrachtet? Nein. Und natürlich haben die Liberalen die Meinungsfreiheit auch erfunden.

    • antifo Says:

      1. Syrien und der Iran haben einen Beistandspakt. Wenn der Iran Syrien unterstützt, dann erfüllt es seine vertraglichen Verpflichtungen. Unglaubwürdig ist, dass Farsi-sprechende Iraner an der Niederschlagung des Putsches beteiligt sein sollen.

      2. Dass Syrien keine allzu professionelle Informationspolitik hat ist bekannt. Das entwertet aber nicht die Informationen von SANA. Alle greifen darauf zurück. Sie schreiben es nur nicht immer, sondern fallweise.

      3. Die Sicht der Gegenseite wird durch die Mainstreammedien genügend dargestellt.

      4. Auch in dem Interview mit Rossia-24 macht Präsident Assad Aussagen, gemäß denen das Heil für Syrien nicht in der Übernahme der Demokratie-Modelle des Westens liegt. Er sagt aber auch, dass er weitere Reformen unterstützt. Mehr kann man bei der derzeitigen Situation in Syrien nicht erwarten.

      5. Daß ich keine Augenzeugen haben kann, sollte klar sein. Ich lebe nicht in Syrien, sondern in Deutschland. Ansonsten finde ich es gut daß Du die Meinungsfreiheit weiter hochhältst.


  3. […] Angst vor Folter ist keine Phobie Zwischen Christentum und Menschenrecht « Syrien: Die Rebellion gegen die UN-Bürokratie […]


  4. […] darin Bürger zu Wort kommen, die Augenzeugen von Bombenattentaten wurden und über den Terror der vermeintlichen Rebellen berichten. Ein Englischlehrer sagt sie verhalten sich wie Kriminelle. Der mit ihm befreundete […]


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