Schiiten uneins über Todesstrafe für Apostasie

Im Zuge der mitunter recht lebhaft geführten Diskussion in Iranische Stammesriten oder wahabitischer Doppelagent? hat sich gezeigt, daß die deutschsprachige schiitische Bloggergemeinde uneins darüber ist, ob das Verlassen des Islam mit der Todesstrafe zu ahnden ist.

Von Bedeutung ist die Frage, weil im Iran derzeit ein Gesetz in Planung ist, demgemäß auch gegen christliche Blogger die Todesstrafe verhängt werden können soll, weil das Bekennen des Namens Jesu Christi zu Apostasie führen können soll, was als „Fasad“ bewertet wird. Ob das eine reale Bedrohung für die staatliche Ordnung darstellt, scheint an der Stelle nicht von Bedeutung zu sein.

Über die Absicht der iranischen Regierung solch ein Gesetz zu erlassen hatte Aljazeera am 24. März diesen Jahres berichtet:

auch dort sprach man von „Fasad“.

Laut dieses Artikels zu Apostasie von islamischer Seite soll es sich bei der in sunnitisch geprägten Ländern wie Saudi-Arabien und Afghanistan üblichen Todesstrafe um ein Relikt vergangener Zeiten handeln. Der Artikel vergißt aber zu erwähnen, daß im Iran ein entsprechendes Gesetz gerade in Planung ist.

Unerwähnt bleibt auch, daß es auch in Ägypten zu Prozessen kommt, bei denen Muslime, die den Weg zu Christus gefunden haben, sich in regulären Anklageprozessen mit wirklich ernst gemeinten Forderungen nach Todesstrafen auseinandersetzen müssen. Im Falll dieses Prozesses wurde argumentiert, daß es sich bei der Konversion um einen Teil eines „US-zionistischen Angriffs auf den Islam in Ägypten“ handele und daß das Christentum verglichen mit dem Islam „minderwertig“ sei.

Wer verstanden hat, welches Denken hinter solchen Anklagen steckt, der kann sich in etwa ausmalen, was hinter „Kooperation mit regierungsfeindlichen Bewegungen“ steckt. Darauf gründete sich die Verurteilung dreier christlicher Blogger im Iran, von der heute bei kath.net zu lesen ist.

Die Diskussion zwischen den Schiiten über diese Frage kann hier verfolgt werden.

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