Das Dogma des Undogmatischen

Ein Auszug aus einem Artikel in der Zeit:

Bei aller Individualität haben die Studenten heute trotzdem mehr gemeinsam, als ihre Eltern behaupten. Ihre Ablehnung aller Ideologien ist stark, sie ist total. Aber auch sie haben einen „Ismus“, an den alle glauben, nur ist das keine Ideologie, sondern, wenn man so will, das Dogma des Undogmatischen – der Pragmatismus.

Wenn alle vorstellbaren Alternativen als gleichwertig dargestellt werden (müssen), dann wird außer Beliebigkeit nichts vertreten. Deshalb ist das, was hier als Pragmatismus bezeichnet wird, eine schönfärberische Umschreibung für Konformismus.

Im besten Falle mag es da noch einen inneren Vorbehalt geben, der aber still und unausgesprochen bleibt. Wer ihn ausspricht macht sich verdächtig. Wer gar in einer Diskussion darauf beharrt, gilt als fundamentalistischer Querulant.

Trotzdem gibt es natürlich Unterschiede zwischen den verschiedenen Abstufungen des Pragmatismus:

  • charakterlose Mitläufer folgen dem Dogma des Undogmatischen eher aus Gewohnheit und unreflektierter Bequemlichkeit
  • Karrieristen preisen vollmundig die Vorzüge des Pragmatismus, wenn sich damit ihr Drang nach beruflichem Erfolg kaschieren läßt
  • bösartige Profiteure spekulieren bewußt mit Mitläufertum und Karrierismus in größerem Maßstab
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2 Kommentare - “Das Dogma des Undogmatischen”

  1. Noergler Says:

    Ich denke nicht! Meine persönliche Erfahrung ist, das die meisten Studenten eher links oder grün sind!

  2. str Says:

    Das ist doch pure Heuchelei der Zeit!

    Wer auch nur minimal vom vorgegebenen Meinungskanon abweicht wird doch von solchen Blättern gnadenlos niedergemacht.

    Und sich dann übers Ergebnis wundern!


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