Zur Legitimität von Islamkritik

Ein Ausschnitt aus einer Rede von Necla Kelek zur Verleihung des Ludwig-Börne-Preis an Frank Schirrmacher:

Wollen wir uns ernsthaft mit dieser Religion auseinandersetzen, müssen wir die autoritativen Texte ernst nehmen und uns ansehen, welche Orientierungen und “Anleitungen” für die sozialen Realitäten sie geben, welches Menschenbild sie transportieren und welches Handeln sie legitimieren. Als Gesetzesreligion beansprucht der Islam die Regelhoheit über alle Lebensbereiche. Er kennt nicht, wie der Historiker Dan Diner schreibt, den “Prozess ständiger Interpretation, Verhandlung und Verwandlung” all dessen, was wir in einer aufgeklärten Kultur entweder ins Innere der Person – ins Gewissen, in moralische Überzeugungen – verlegt oder nach außen hin entlassen und durch etablierte Institutionen regulieren.

Wir werden die strukturellen und ideologischen Hindernisse der Integration nicht beseitigen, wenn wir einem “Wunschdenken” über den Islam verhaftet bleiben, das Gewalt nur als ein Problem von Extremisten oder als falsche Auslegung einer an sich richtigen Lehre sehen will. Wenn wir die kulturellen Differenzen nicht benennen, wird über die Integrationshindernisse weiter der Schleier gebreitet.

Denn wir meinen Unterschiedliches, wenn wir dieselben Begriffe verwenden. Freiheit, Anstand, Würde, Ehre, Schande, Respekt, Dialog, das alles sind Werte und Normen, die in einer westlich-europäischen Gesellschaft mittlerweile ganz anders definiert werden als in der islamisch-türkisch-arabischen Kultur.

Aus der Notwendigkeit einer ernsthaften Auseinandersetzung über diese Fragen ergibt sich im Grunde schon die Legitimität von Islamkritik. Gerade auch die den Islam als Ganzes ablehnende Haltung ist dabei gefragt, weil der kritische Diskurs sonst kein Gewicht bekommt.

Natürlich sollte diese ablehnende Haltung sachlich sein und nüchtern vorgetragen werden, aber sie muß möglich sein. Wo sie nicht möglich ist oder marginalisiert wird, verliert auch das Versprechen von der Bereicherung seine Glaubwürdigkeit. Zynismus und Zorn machen sich breit und der Wille zur Differenzierung schwindet. Diejenigen, die jedwede Kritik am Islam reflexartig mit dem „Rassismus“-Etikett versehen, sind daher mitverantwortlich für unschöne Auswüchse, die es im Lager der Islamkritiker mitunter gibt und wohl auch immer geben wird.

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2 Kommentare - “Zur Legitimität von Islamkritik”

  1. EinFragender Says:

    Das Problem ist doch das es Islamkritik nicht geben darf. Eine Gesellschaft wie unsere ist perfekt und weiß wie man sich den Problemen stellen muss. Wir haben auf alle Fragen Antworten und wissen dank dem Zeitalter der Aufklärung sehr genau: Noch nie gab es so gute Menschen wie Heute und ganz besonders die Europäer haben alles Wissen und jede Genialität für sich gepachtet. Wir Europäer haben unseren Luxus und unsere Weisheit nur uns zu verdanken. Weil wir eben so gut sind.

    Daraus ergibt sich eben das Problem mit der Islamkritik. Es darf sie nicht geben. Denn Islamkritik ist immer auch Kritik an der vorherrschenden Gesellschaftsmeinung, eben weil sich der Islam sich total von dem Unterscheidet was man in Europa für gut und richtig empfindet und jede Kritik am Islam immer auch eine kritische Auseinandersetzung mit den Werten ist die man in Europa so gerne hochhält.

    Was will man einem Muslim sagen der für Polygamie ist und dies als Gottgegeben sieht? Das dies falsch ist weil es sich nicht gehört? Oder das dies falsch ist weil man in Europa nur eine Frau hat – und die Freundinnen und Prostituierten hierbei gerne unter den Tisch fallen lässt die man so hat? Oder mit den Rechten der Frau – um dann nicht wirklich was antworten zu können wenn ein Muslim fragt warum in Europa eine Frau keine Frau sein darf sondern zum Mann mutieren muss?

    Oder was will man einem Muslim sagen der die Kampfaufrufe und Gewalt im Koran OK findet und der bei der Kritik daran einen Europäer danach fragt wie man es selber mit dem Frieden hält (Irak). Oder wie man als Europäer von einer friedlichen Gesellschaft reden kann wenn ca. 10-20 % aller Schwangerschaften damit enden das das Kind im Mutterleib umgebracht wird?

    Oder was will man einem Muslim sagen der den Aufruf von Mohammed zum Töten aller Ex-Muslime gut findet? Etwa das man in Europa die Religionsfreiheit hoch hält und damit aber nicht die Freiheit der Glaubenden meint, sondern einzig und alleine die der Atheisten. Denn wie sind die verschiedenen und zutiefst verlogenen Hetzkampangen gegen Christen zu verstehen die in den letzten Monaten durch die Presse gingen? Was ist das für eine gelebte Religionsfreiheit? Die Freiheit jede Gelegenheit der Lüge zu nutzen um die christliche Religion schlecht zu machen? Bei den Muslimen traut sich ja keiner, weil die sich ja bekanntlich etwas energischer dagegen wehren. „Sind die Christen doch selber schuld. Sollen die Christen doch einfach ein paar Journalisten umbringen und schon haben sie Ruhe“ … sagt da manch ein Muslim und steckt den nächsten Finger in eine Wunde des Mainstreams: Die Feigheit … auch davon will keiner was hören.

    Oder was will man einem Muslim sagen der die Botschaften und Aussagen von Allah wichtiger ansieht als die Gesetze und Regeln in Europa? Etwa das man keinen Glauben hat und damit eigentlich nur belegt das man entweder keine Ahnung von Religion hat und dem Muslim nun nicht wirklich kompetent antworten kann oder das man nun mal sehr große Defizite hat weil man den Glauben verloren hat? Oder das man die Bibel nicht kennt und man mangels wirklicher Kenntnis den Unsinn sagt das die Bibel ja auch nicht OK sei. So zusagend als dumme Ausrede warum der Muslim dem Koran nicht folgen soll, was aber letztendlich nur das bestätigt was der Muslim sowieso glaubt: Das er recht hat und der gegenüber keine Ahnung bzw. die falsche Religion.

    … Hier könnte man noch viel viel mehr schreiben.

    Sich mit dem Islam Auseinander zusetzen bedeutet immer das man sich mit sich selber auseinandersetzen muss. Das muss man aushalten können. Das kann der Mainstream nicht, der ist zu verlogen und zu oberflächlich. Man müsste sonst seine eigenen Werte hinterfragen und ändern, verbessern. Das will keiner, denn sonst müsste man vielleicht sogar anfangen sich mit Religion und Ethik beschäftigen um Antworten zu bekommen die besser sind als das was man momentan macht. Vielleicht müsste man dann sogar Jesus recht geben und damit den Christen – undenkbar.

    Somit sagt man lieber: Der Islam ist brav, der Islam ist nett und in einem Döner habe ich noch nie eine Sprengladung gefunden. Somit ist der Islam friedlich und da die Muslime sowieso in Parallelwelten leben muss man nicht wirklich mitbekommen was da so läuft. … muss man sich nicht wirklich unangenehmen Diskussionen stellen.

  2. Helmut Zott Says:

    Um das Geschehen der Gegenwart richtig bewerten und einordnen zu können, sollte man erkennen, dass ein neuer Totalitarismus im Gewande des Islam sich zu etablieren anschickt, ein Totalitarismus, der mächtiger und gefährlicher ist als Kommunismus und Nationalsozialismus. Wir stehen heute in Deutschland vor einer ähnlichen Situation wie seinerzeit, als der Nationalsozialismus heraufzog. Auf Grund einer merkwürdigen Erkenntnisblindheit und Erkenntnisverweigerung versagen Politik und Kirchen heute wieder.
    Auch wenn man es nicht wahrhaben will und sich durch „taqiya“ täuschen lässt, der wahre Feind des Westens und des Christentums ist der Islam, der sich von Anfang an als die einzig wahre, jeder Zivilisation und dem Christentum überlegene und für die gesamte Menschheit bestimmte Religion verstanden hat, und der den Auftrag Allahs, wenn nötig mit Gewalt durchsetzt.


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