Schweigendes Erinnern an Barmer Theologische Erklärung

Der Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU (EAK) und Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel MdB, äußert sich zum75. Jubiläum der Barmer Theologischen Erklärung:

Die Barmer Theologische Erklärung ist ein herausragendes und wegweisendes Dokument des politischen Protestantismus in Deutschland. Gegenüber dem Terror und Totalitarismus der Nationalsozialisten fanden sich –zum ersten Mal seit der Reformation – Christinnen und Christen aus lutherischen, reformierten und unierten Kirchen zum gemeinsamen, öffentlichen Bekenntnis. Dies war die Geburtsstunde der Bekennenden Kirche.

In der dunkelsten Stunde der deutschen Geschichte wurde im Namen Jesu Christi der
politische Allmachtsanspruch eines verbrecherischen Regimes zurückgewiesen und
gleichzeitig der Zuspruch und Anspruch Gottes auf das ganze menschliche Leben in
Erinnerung gerufen. Ebenso entschieden wurde einer häretisch gewordenen, ideologisierten
und zeitgeistkonformen Kirche eine klare Absage erteilt.

In dem dreiviertel Jahrhundert, das uns heute von der Zeit der Barmer Bekenntnissynode
trennt, hat es nicht an Versuchen gefehlt, die großen Bekenntnissätze der Barmer
Theologischen Erklärung in der einen oder anderen Weise für bestimmte kirchliche oder
politische Vorstellungen zu instrumentalisieren. Doch gerade der Geist von Barmen selbst ist
es, der solchem entgegensteht. Barmen verwirft die falsche Lehre, ‚als solle und könne der
Staat über seinen besonderen Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen
Lebens werden’ und als ‚solle und könne sich die Kirche über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und staatliche Würde aneignen’.

Damit steht Barmen auch heute noch leitbildhaft für die rechte Wahrnehmung unserer
evangelischen Verantwortung in Kirche und Politik.

Diese Presseerklärung ist allemal zu begrüßen, aber leider zu allgemein.

Notwendig gewesen wäre ein Hinweis auf konkrete Verwerfungen, wie sie heute zu beklagen sind.

Als Beispiel könnte die linksextreme Hetze unter dem Schutz von Bischöfin Maria Jepsen oder auch die Forderung auf dem Kirchentag von Katrin Göring-Eckardt (Grüne) als Vorsitzende der Synode der EKD zu „kreativem Engagement“ im „Kampf gegen Rechtsextremismus“ nennen. Wenn es wirklich gegen Rechtsextremismus ginge, wäre das ja in Ordnung. Daß das aber nicht der Fall ist, merkt man schon beim nächsten Satz in dem Kurzartikel von Radio Bremen:

Rechtsextreme Strömungen reichten nach wissenschaftlichen Untersuchungen bis in die Mitte der Gesellschaft, mahnte der Marburger Hochschulprofessort Benno Hafeneger.

Hier sollte der EAK der CDU/CSU erkennen, daß wichtige Teile der EKD mittlerweile der Häresie verfallen sind, als „solle und könne sich die Kirche über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und staatliche Würde aneignen“.

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One Comment - “Schweigendes Erinnern an Barmer Theologische Erklärung”

  1. antifo Says:

    http://www.welt.de/kultur/article3826830/In-Barmen-stach-Jesus-sogar-Hitler-aus.html

    Ich habe selten so einen unqualifizierten Artikel gelesen. Statt anzuerkennen, daß die Unterstützer der Barmer Theologischen Erklärung damals ihr Leben riskierten, wird die zivilreligiöse Soße von heute darüber gekippt. So wie damals in der DDR alles, was irgendwo veröffentlicht wurde, mit dem Bekenntnis zu Frieden und Sozialismus endete, so endet heute alles mit einer anklagenden Mäkelei, die den „aus der Geschichte lernen“-Sermon wiedergibt. Die Wahrheit ist, daß speziell die evangelische Kirche heute meilenweit von Barmen entfernt ist. Daß man das nicht in der Welt liest, zeigt, daß wir heute eine faschistische Gleichschaltung von links haben.

    Frohe Pfingsten und Gottes Segen.


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