Mathematik und Evangelium

Es wird immer wieder mal gern behauptet, daß die Menschenrechte ein Projekt der Freimaurer gewesen seien. Das ist in dem Fall keine Verschwörungstheorie, sondern die Wahrheit.

Über den Anteil der Freimaurerei an ihrer Entstehung schrieb der Autor von Freimaurer in 60 Minuten anläßlich des 60. Jahrestages der allgemeinen Menschenrechte auf freimaurer.org:

An der Ausarbeitung der heutigen Fassung war z. B. die Witwe des 32. US-Präsidenten und aktiven Freimaurers Franklin Delano Roosevelt maßgeblich beteiligt. Die historischen Vorläufer gehen sogar auf die amerikanische Unabhängigkeitserklärung, deren Unterzeichner mehrheitlich Freimaurer waren.

Trotz dieses lauten Rühmens haben viele Menschen immer noch nicht verstanden, inwiefern die Menschenrechte eigentlich universell/allgemein sind. Universell muß in diesem Fall als massiv unscharf und mehrdeutig gelesen werden.

Besonders klar zu erkennen ist die Unschärfe dieser 30 Artikel in den Schlüsselkonzepten „gerechte Moral“ (Art. 29 Abs. 2) und „Menschenwürde“ (Art. 1). Natürlich hat jeder eine gewisse Vorstellung darüber, was Moral und Würde für ihn bedeuten, nur könnte eben niemand mit Bestimmtheit sagen, was diese Konzepte für sich selbst – im Lichte der Menschenrechte gesehen – wirklich aussagen.

Ihr Wesen gleicht dem algebraischer Platzhalter:

f(x)=ax²+bx+c

jeder, der im Mathematikunterricht aufgepaßt hat, wird wissen, daß das x in dieser Parabelgleichung zwar jeden Wert annehmen kann, für sich gesehen aber keinen Wert hat. Es ist daher kein Zufall, daß Lessings Stück Nathan der Weise als Ringparabel bezeichnet wird.

In der von den Freimaurern verbreiteten Unschärfe liegt auch der Grund, weswegen die Kirche die Freimaurerei immer ablehnte:

Das negative Urteil der Kirche über die freimaurerischen Vereinigungen bleibt also unverändert, weil ihre Prinzipien immer als unvereinbar mit der Lehre der Kirche betrachtet wurden und deshalb der Beitritt zu ihnen verboten bleibt. Die Gläubigen, die freimaurerischen Vereinigungen angehören, befinden sich also im Stand der schweren Sünde und können nicht die heilige Kommunion empfangen.

Der tiefste Grund für diese Ablehnung ist, daß der vom Freimaurertum vertretene Begriff von Universalität demjenigen der Kirche konträr entgegensteht, denn das Wort „katholisch“ bedeutet ja ebenfalls „allgemein“ im Sinne von „universell“.

Die Einführung mathematischer Platzhalter in die Morallehre ist natürlich abzulehnen, weil bei der Vermengung des Evangeliums Jesu Christi mit „Philosophie und leerem Trug“ (Kol. 2, 8) unweigerlich ein Synkretismus entsteht und „einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus“ (1. Kor. 3, 11).

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3 Kommentare - “Mathematik und Evangelium”


  1. F.D. Roosevelt war kein Haar besser als Hitler und Stalin. Wie jeder Amerikaner war er tief antieuropäisch und daher überlies er in Yalta dem grössten Massenmörder des modernen Zeitalter halb Europa. Auch wusste er von Auschwitz unterliess es aber die Zufahrtswege zum bombardieren obschon er jüdischer Seite über die dort vorgenommenen Vernichtungen unterrichtet worden war.

  2. Friedel B. Says:

    Zitat: „Es ist daher kein Zufall, daß Lessings Stück Nathan der Weise als Ringparabel bezeichnet wird.“

    Stimmt; das ist kein Zufall, denn interessanterweise haben die drei Kegelschnitte auch in der Sprache (genauer: in der Rhetorik) eine festumrissene Bedeutung. Eine Parabel ist dort eine gleichnishafte Erzählung, die eine moralische Lehre erhält; unter eine Ellipse versteht man die Verkürzung einer Aussage auf das unbedingt Erforderliche(„Ende gut – alles gut“ statt „Wenn das Ende gut war, dann sieht man das gesamte Geschehen als gut an“) und eine Hyperbel schließlich ist die Überzeichung eines Sachverhalts, um ihn zu verdeutlichen („Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr denn dass ein Reicher in den Himmel kommt“).

    Anmerkung eines Freundes der deutschen Sprache (ich bin kein Schulmeister).


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