Kaum noch zu begreifen: Europa

Ein Kommentar aus dem Blog Wahrheitsgraben, der größere Beachtung verdient. Nachdem er Teil einer Diskussion ist, ist manches ein bisschen aus dem Zusammenhang. Ich denke aber, daß man den Sinn dennoch versteht.

Ich zitiere Sie:
„man kann dort lesen, wie der Prophet mit Beleidigungen umging. Es hat einmal im Gebet eine Frau einen Eimer mit Schlachtabfällen über ihn ausgekippt. Er hat sich gereinigt und weitergebetet und weiter nichts.“

Sicherlich kennen Sie dann aber auch folgende Gebetsszene:
1. Translation of Sahih Bukhari, Book 82:
Volume 8, Book 82, Number 814:
Narrated Abu Huraira:
A man from among the people, came to Allah’s Apostle while Allah’s Apostle was sitting in the mosque, and addressed him, saying, “O Allah’s Apostle! I have committed an illegal sexual intercourse.” The Prophet turned his face away from him. The man came to that side to which the Prophet had turned his face, and said, “O Allah’s Apostle! I have committed an illegal intercourse.” The Prophet turned his face to the other side, and the man came to that side, and when he confessed four times, the Prophet called him and said, “Are you mad?” He said, “No, O Allah’s Apostle!” The Prophet said, “Are you married?” He said, “Yes, O Allah’s Apostle.” The Prophet said (to the people), “Take him away and stone him to death.” Ibn Shihab added, “I was told by one who heard Jabir, that Jabir said, ‘I was among those who stoned the man, and we stoned him at the Musalla (’Id praying Place), and when the stones troubled him, he jumped quickly and ran away, but we overtook him at Al-Harra and stoned him to death (there).’ ”
Und was geschah mit Abu Afak, der sich Kritik an Mohammed erlaubte?

Ich kann Antifo nur zustimmen, wenn er schreibt: „Du (Meriem) hast schon recht, daß es da Kolonien gab. Der Punkt ist nur, daß es ja davor auch schon Kolonialismus gab. Da gab es die Osmanen und davor diverse arabische Reiche.“

Wenn Muslime dem „Westen“ Vorhaltungen wegen der Kreuzzüge und den Kolonien machen oder Christen in frommer Selbstanklage – und das ist ja schon geradezu ein Ritual – die Kreuzzüge und Kolonisierung zur Verteidigung des Islam anführen, dann ist doch wohl auch die Forderung berechtigt, sich einmal mit den brutalen Eroberungs- und Beutezügen der Muslime zu befassen, worüber in den christlichen Gemeinden augenscheinlich kaum Wissen verbreitet ist.

Ohne die Kreuzzüge und die Kolonialisierung auch nur im Ansatz rechtfertigen zu wollen, aber: Neben den Gewalttaten, Vernichtungen großartiger Kulturen, Massenversklavungen, die als Katastrophe über die Völker Afrikas, Indiens, Europas und des Vorderen Orients hereinbrach, nehmen sich die Kreuzzüge (man verzeihe mir den Vergleich) wie ein lauer Sommerwind gegen einen Orkan aus. Vergessen: die Eroberung des Balkans bis vor die Tore Wiens? Oder der brutale Genozid in Indien, dem nahezu die Hälfte der Bevölkerung zum Opfer fiel? Und damals wie heute im Sudan die gezielte Vernichtung und Versklavung afrikanischer Stämme? Die Sprengung der Budda-Statuen in Afghanistan? Es ist bezeichnend für die christliche psychologische Haltung, dass diese Katastrophen auch noch als Gottes Strafe für die eigenen Sünden angesehen wurden und wohl auch teils noch angesehen werden!

Und schließlich war es im so viel geschmähten Amerika, in dem es einen Bürgerkrieg zur Abschaffung der Sklaverei gab (zumindestens war das ein Motiv). Kennen Sie ähnliches in islamischen Ländern? Haben die Araber jemals ihre Geschichte bezüglich der von ihnen begangenen Greuel aufgearbeitet, so wie die Deutschen das noch heute mit der Zeit des „Dritten Reiches“ tun?

Wenn man Vergleiche heranzieht oder mit historischen Begebenheiten argumentieren will, sollte man sich schon etwas tiefgehender informieren. Die islamischen Eroberungs- und Beutezüge sind mit allen brutalen Gewalttaten bestens dokumentiert, da Muslime bis heute stolz auf diese Taten sind. Ich kenne keinen Muslim, der sich dieser Tatsachen wegen schämt oder sich gar entschuldigt hätte. Wer sich informieren will, kann z.B. das Buch: „The Legacy of Jihad. Islamic War and the Fate of Non-Muslims“, erschienen in Prometeus Books, ISBN 987-1-59102-602-0, lesen, das im Wesentlichen diese historischen Dokumenten auswertet. Zu dem Buch hat Ibn Warraq ein Vorwort geschrieben. (Bitte die Literaturliste in dem Buch kritisch prüfen).
Vielleicht werden Sie mir nach dem Studium dieses Buches Recht geben, wenn ich behaupte, dass Christen zwar den Splitter im eigenen Auge sehen, aber nicht den Balken im Auge des Islam. Das hilft den extremen Islamisten ungemein, und schadet den Muslimen, die eine friedliche Koexistenz mit anderen Religionen leben wollen. Die ersteren verstehen es ausgezeichnet, die Uninformiertheit, ja manchmal Dummheit, christlicher Selbstkasteiung zu nutzen. Wenn Muslime stolz sind auf ihre Kolonie Andalusien und dem, was sie dort nach Europa brachten, dann kann ich Antifo nur zustimmen, wenn er sagt: „Außerdem müßte man dann fairerweise ja auch die positiven Einflüsse dieser Kolonialmächte gegenrechnen. Wenn jemand sagt, daß die Unbildung in diesen Ländern von den Europäern verschuldet sei, dann wird ja sogar eingeklagt, daß man denen hätte Bildung bringen müssen. Meinethalben soll man das auch tun, aber dann kann man sich doch nicht beschweren, daß sie die dortige Kultur kaputt gemacht hätten/haben.“
Ich bin kein Christ und lebe in einem islamisch geprägten Land; aber ich bin tief enttäuscht von der Haltung vieler Christen und Muslime in Europa. Wo bleibt die Solidarität der Christen Europas mit ihren verfolgten Brüdern und Schwestern im Sudan, Ägypten, im Irak und anderswo? Statt dessen Nabelschau und Fixierung auf ein daran gemessen marginales Problem Palästina, in dem eine terroristische Regierung mit Milliarden Dollar gesponsert wird, während im Sudan ein Genozid großen Ausmaßes stattfindet, Christen versklavt bzw. zwangskonvertiert werden und christliche Mädchen im Sudan wie im Irak gezielt von Muslimen vergewaltigt werden. Wenn schon kein lauter Protest der Muslime dagegen zu hören ist, so sollte er doch wohl wenigstens von den Christen Europas zu vernehmen sein!

P.S.
Ich zitiere Meriam:
„Das ist eine Auslegung, von den saudischen Wahabiten herkommend, die mit Islam kaum was zu tun hat, gemischt mit Stammessitten aus der Region.“

Ich nehme an, Meryam, dass Sie den Shiiten angehören. Genau das, was Sie von den Wahabiten sagen, behaupten diese von den Shiiten und Aleviten u.s.w. Da weisen Sie geradezu auf eines der Probleme des Islam hin. Es wird in Europa wenig wahrgenommen, dass man nicht von „dem Islam“ reden kann. Da werden eben immer noch die Gefechte ausgeführt, die das Christentum schon im Mittelalter beendet hat. Eine der Ursachen kontroverser Diskussionen um den Islam ist eben die zum Teil horrende Mehrdeutigkeit der Koran-Suren, die zur Beliebigkeit ausgelegt werden können (siehe die Diskussion in diesem Blog).

Khalid bin Rhub al Khali

Der Blog von Khalid bin Rhub al Khali ist hier. Wie man daraus entnehmen kann, gibt es auch in arabischen Welt Leute, die Europa nicht mehr begreifen.

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