Erdogan will NATO mit Brezel blockieren

Unter Der “Clash of Civilizations” erreicht die NATO gibt es einen kurzen Artikel zum Widerstand der Türkei gegen den dänischen Regierungschef Anders Fogh Rasmussen, weil dieser sich „gegenüber der gegen Dänemark gerichteten islamistischen Karikaturenkampagne nicht für die Zeichnungen entschuldigt“ hat.

Diese anmaßende Forderung von Erdogan zeigt in aller Deutlichkeit, daß die NATO in ihrer jetzigen Form am Ende ist. Gestehen die westlichen Staaten der Türkei eine solche Blockadepolitik zu, dann wird jeder wissen, daß man sie bei der von ihnen erhofften Verteidigung der Meinungsfreiheit auf Ebene der Vereinten Nationen nicht ernst zu nehmen braucht.

Gar zu gerne würde ich daher wissen, wie das Telefonat mit Erdogan verlief, das Berlusconi als Grund für die heutige Verletzung des Protokolls beim NATO-Gipfels in Straßburg anführte. Bezeichnend ist nämlich, daß Berlusconi überhaupt erst mit Erdogan telefonieren mußte. Der war nämlich zu feige, seine Blockade der NATO vor Ort selbst zu rechtfertigen und hatte stattdessen den Staatspräsident Abdullah Gül nach Straßburg geschickt.

Berlusconi beim Telefonieren mit Bäcker Erdogan

Deshalb würde ich meinen, daß Berlusconis völlig im Recht war, wenn er das Protokoll verletzte. Es macht nämlich keinen Sinn mit der Brezel zu palavern, wenn man die Telefonnummer des Bäckers in seinem Handy gespeichert hat.

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4 Kommentare - “Erdogan will NATO mit Brezel blockieren”

  1. antifo Says:

    Warum Erdogan stärker als die Rest-NATO ist?

    http://fact-fiction.net/?p=2078

  2. Maria R. Says:

    XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX

  3. meryemdeutschemuslima Says:

    Grüß Gott allerseits,
    Also die im obigen link vertretene Meinung, die Türken würden auf Milliardengeschenke warten ist ein Witz. Die Türkei braucht diese nämlich beileibe nicht, der Staat hat sich nämlich in den vergangenen Jahren fast völlig entschuldet und das bei reichlichen Investitionen in das Sozialsystem, Bildungswesen und die Infrastruktur.
    Die Türken mögen es aber ganz und gar nicht, wenn man sie bevormunden will und sie unterschätzt.
    Davon abgesehen, ist der Grund der Kritik an Rasmussen nicht nur dessen mangelndes Auftreten gegen die Verletzung von religiösen Gefühlen, sondern vor allem die Duldung eines Fernsehsenders der terroristischen PKK. Die Türken können nämlich so gar nicht verstehen, warum sie einerseits gedrängt werden, gegen Terroristen kämpfen zu sollen, während ihre Verbündeten gleichzeitig den Terror gegen die Türkei unterstützen.

    Es war absehbar, dass sie letztendlich doch zustimmen würden, dass Rasmussen gewählt wird – aber ich vermute mal, dass sie in Bezug auf diesen Tatbestand einiges losgeworden sind, was sie schon lange mal anbringen wollten.

    Wenn man die Türkei nicht ernst nimmt, wird man sie nicht in die EU kriegen-die Mehrzahl der Bevölkerung ist längst dagegen. Dass sie auch aus der NATO austritt, wäre mein Traum.

    Ich hab in meinem blog auch was zu Erdogan kommentiert:
    http://meryemdeutschemuslima.wordpress.com/2009/03/31/wes-geistes-kind-ist-erdogan/

    Grüße von Meryem

  4. antifo Says:

    Grüß Dich, Meryem.

    Freut mich, daß Du wieder vorbeischaust.

    Bei den „Milliardengeschenken“ war Kewil zumindest sehr unpräzise. Worin er recht hatte, war, daß etwas im Austasch dafür verlangt wird. Wie Du Dir denken kannst, finde ich das angesichts des Anlasses nicht richtig, aber das können wir ein andermal vertiefen. Worin ich die Türkei gut verstehen kann, ist, daß sie es nicht gerne sieht, wenn die PKK in Dänemark oder anderen europäischen Staaten ihre Infrastruktur aufbaut.

    Deinen Artikel zu Erdogan hatte ich vor ein paar Tagen mal gelesen. Ich kann mich da durchaus hineinversetzen. Mir stößt aber auf, daß er sich um die christliche Minderheit nicht kümmert.

    Zu nennen wäre da der Umgang mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen Bartolomäus I. dem man den Titel „Ökumenisch“ nicht zugestehen will. Was da als Grund angeführt wird, weiß ich leider nicht, aber die Auswirkungen sind frappierend. Aufgrund des rigiden Umgangs mit dem Patriarchat von Konstantinopel (sorry, so hieß das schon immer) ist zu befürchten, daß Bartolomäus‘ Nachfolger nach Griechenland ausweichen muß.

    Das zweite Thema, was mir auf den Nägeln brennt, ist die Situation des syrisch-orthodoxen Klosters Mar Gabriel. Details dazu unter
    https://antifo.wordpress.com/2009/03/24/usa-setzen-sich-bei-turkei-fur-kloster-mor-gabriel-ein/

    Das dritte Thema ist das „Osmanische Freiheitskomitee“. Wenn Du Dir deren Seite ansiehst, wirst Du schnell merken, daß das ein ziemlich komischer Haufen ist:

    http://ofk.kilu.de/

    sie stellen sich als Monarchisten dar, obwohl das bei Anhängern des Sultanats an sich ja nicht richtig ist

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ertuğrul_Osman_V.

    wenn Du mir da eine Einschätzung geben könntest, inwieweit man die ernst nehmen muß, wäre ich Dir sehr dankbar.

    Viele Grüße,
    Antifo

    PS: Was mich rückblickend geärgert hatte, war Deine Aussage, daß es „im Islam“ keine Todesstrafe für Apostasie gäbe. Ich verstehe zwar, daß Du als Schiitin der Meinung bist, daß der schiitische Islam (wie Du und Dein Marja ihn sehen wollt) der wahre Islam wäre, aber unpräzise war die Aussage in ihrer Absolutheit gleichwohl. Das nur als Erklärung.


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