Claus Leggewie: Kelek und Giordano sind schuld

Von Schlernhexe kam dieser Link mit dem Bericht und Stellungnahme von Frau Necla Kelek an die Arbeitsgruppe 1 „Deutsche Gesellschaftsordnung und Wertekonsens “ der Deutschen Islamkonferenz.

Zur Orientierung hier ein kurzer Auszug:

Am 22. April 2008 in Berlin besuchte ich die AG 1 Heinrich-Seidel-Schule in Berlin. Es ist eine Ganztagsgrundschule mit sechs Jahrgängen, von der 1. bis zur 6. Klasse. Die Schule liegt im sozialen Brennpunkt Wedding mit einem hohen Anteil türkischer und arabischer Familien. Der Ortsteil Wedding (in der Nähe von „Gesundbrunnen“) ist ein sozialer Brennpunkt von Berlin mit hoher Arbeitslosigkeit und hoher Kriminalitätsrate. 59 % aller Schüler sind finanziell bedürftig d.h. die Eltern beziehen Transferleistungen des Staates. Die Kinder mit nichtdeutscher Herkunftssprache oder „Migrationshintergrund“ machen zurzeit 92 % aller Schüler aus. Nur 8 % sind ethnisch deutscher Herkunft.

Seit dem Schuljahr 1987/88 gibt es in der Schule den Ganztagesbetrieb. Mit Alt- und Neubauteilen ist die Schule sehr gut ausgestattet und verfügt über Fachräume, eine Mensa mit eigener Küche, eine Bibliothek, eine große Turnhalle, einen Schulgarten und einen Sportplatz mit Kunstrasen sowie über viele Freiflächen mit zahlreichen Spielgeräten. Etwa 80 % der Lehrkräfte sind weiblich.

Als weiterer Auszug eine Sutiationsbeschreibung, anhand derer man sich einen Eindruck machen kann, welche Auswirkungen der dortige Islamunterricht hat:

Besonders die muslimischen Kinder, die am Islamunterricht der Islamförderation teilnehmen, werden verhaltensauffällig.. Bereits nach wenigen Wochen Unterricht sollen Mädchen ab dem 6. und 7. Lebensjahr Kopftuch tragen, sie würden sich weigern, in der Klasse neben Jungen zu sitzen, und sollen Körperkontakt vermeiden etc. Zur Information: die den Religionsunterricht durchführende Islamförderation Berlin gehört zum Landesverband der IGMG Milli Görüs, die auf Bundesebene im Islamrat organisiert ist.

In einer Englischstunde, so berichtet eine Lehrerin aus der vierten Klasse, sagte ein Schüler zu seiner Lehrerin: „Ich weigere mich, eine Christensprache zu lernen“. Er meinte Englisch als Sprache der Christen. Als die Lehrerin das Vokabellernen fordert und für den Verweigerungsfall schlechte Noten ankündigt, wurde ihr von Schülern entgegnet: „Wenn Sie mich hier unter Druck setzen, werde ich rechtliche Maßnahmen ergreifen.“ Als die Lehrerin nachsetzte, bekam sie die Antwort: „Du bist ausländerfeindlich.“

Nun kommt „Politikwissenschaftler“ Claus Leggewie herbeispaziert und läßt uns in einem Interview der Frankfurter Rundschau – nach einer kurzen visionären Einleitung, zu der ihm der FR-Redakteur die Steilvorlage geliefert hatte – an seinem Wissen teilhaben:

FR: Zugleich verändern sich vor allem die Muslime.

Leggewie: Wer baut, bleibt, und das bedeutet: Die Muslime passen sich an die Lebensverhältnisse wie an die Rechtsverhältnisse eines westlichen säkularen Landes an. Das geschieht bei den meisten durch tägliche Sozialisationsroutinen, bei anderen mit bleibenden Vorbehalten gegen die „westliche Lebensweise“, bei einer zahlenmäßig kleinen Gruppe auch mit Widerstand und Auflehnung. Aber so unübersichtlich verläuft nun einmal Assimilation, und der Preis der Anerkennung ist, dass auch religiöse Überzeugungen verhandelbar und veränderbar sind.

FR: Stärkt das nicht die fundamentalistischen Bestrebungen?

Leggewie: Sicher. Aber der fundamentalistische Widerstand zeigt auch, dass sich der säkulare Islam im Westen entwickelt. Wer wie Necla Kelek und Ralph Giordano behauptet, „der“ Islam seit nicht integrierbar, treibt die Muslime geradezu in die Arme der Fundis und schreibt für liberale Muslime das Todesurteil.

Nachdem es Herrn Leggewie allein schon beim Gedanken an eine westlichen Lebensweise graust, achtet er sehr darauf, diesen Begriff nur mit spitzen Fingern anzufassen. Auch wenn er nicht sagen kann, worin seine offen zur Schau gestellten „Westophobie“ gründet, wäre es sicher falsch, ihn dafür zu verurteilen. Klar ist aber, daß es für ihn gar keine westliche Lebensweise gibt, in die Muslime sich integrieren könnten. In was sie sich stattdessen integrieren sollten, bleibt wiederum offen. Er weiß aber mit der Verläßlichkeit eines Gottesurteils zu sagen, daß Frau Kelek dafür verantwortlich ist, wenn Schulkinder ihre Lehrerin als „ausländerfeindlich“ bezeichnen, sobald sie darauf aufmerksam macht, daß zwischen Schulnoten und erbrachter Lernleistung nun mal ein Zusammenhang besteht.

Claus Leggewie ist Leiter des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen und Mitherausgeber der Blätter für deutsche und internationale Politik die lange Jahre in einem DKP-nahen Verlag erschienen.

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9 Kommentare - “Claus Leggewie: Kelek und Giordano sind schuld”

  1. Karin Says:

    Der Koran wirkt nur in eine Richtung, das ist unter Berücksichtigung der Abrogation ganz eindeutig.
    Es ist sonnenklar, warum Erdogan sagte: Islam bleibt Islam.
    Das hat noch nie anders ausgesehen, kann es auch gar nicht, wenn man
    sich mal die Mühe macht, wie jeder Imam den Koran zu lesen.
    Dies versucht Subjekt Leggewie offensichlich zu vertuschen und kleinzureden. Damit verschafft er den Mordaufrufen im Koran Vorschub, um nicht zu sagen, im besten Sinne von Taqiyya: Geltung.

    Gleichzeitig Leute, die hier aufrichtig und unter Lebensgefahr warnen, als Mörder zu bezeichnet, ist absolut unfassbar. Da bei Leggewie in seiner Position davon ausgegangen werden muss, dass er genau weiss, was er macht, kann ich das nicht anders deuten, als dass er nicht nur den Mordaufrufen an Ungläubigen und Abtrünnigen im Koran Vorschub leisten will, sondern gleichzeitig mit dem Finger genau unter dieser Prämisse auch auf die zwei genannten Kontrahenten zeigt.
    Das kann man meiner Meinung nach nicht anders als als Mordaufruf bezeichnen.
    In diesem Sinne hat Leggewie durch hinterhältige bewußte Aktion schon jetzt Leute auf dem Gewissen.
    Wie bezeichnet man solche Leute?

  2. REDNECK Says:

    Antifo, ich lese sehr gerne die von Ihnen verlinkten Beitraege. Weiter so!

  3. antifo Says:

    @REDNECK:
    Freut mich zu hören! 🙂

    @Karin:
    Als Mordaufruf kann man es glaube ich nicht lesen. Dennoch ist es heftig, weil er aus einer Position des über allen Dingen stehenden, Frau Kelek die Schuld für alles zuschiebt, was er selbst nicht zu lösen imstande wäre und das, obwohl er im Grunde ein Außenstehender ist.

    Korrektur: Hab mir Deine Argumentation nochmal genauer durchgelesen. Wenn man sein Taqqia mit einbezieht, dann macht er sich in jedem Fall mitschuldig.

  4. Cees Says:

    Guten Tag. Keleks Hinweise sind entscheidend wichtige Gedanken für die Zukunft unserer Freiheit und unserer Lebensweise. Ihre Warnungen in den Wind zu schlagen, würde uns der Barbarei eines neuen Kalifats ausliefern.

    Europa droht eine Gesellschaftstransformation, eine islamische Gesellschaftsordnung.

    Eine ‚islamischen Nachdemokratie geheiligten Sadismus‘, in welcher straßenräuberischer, bildungsverweigernder Ghetto-Islam und elitärer Institutions-Islam, letzteres könnten die künftigen Vorstände von Muslimbruderschaft / IGD, Milli Görüs, Europäischer Fatwa-Rat (ECFR) und den bereits im Aufbau befindlichen Scharia-Gerichtshöfe sein sowie sind die mit arabischem Öl finanzierten Geldgeber um die Scharia-Banken. Diese radikalislamisch motivierten Eliten drohen, die freiheitlichen Bürgerrechte mindestens für „die Muslime“ außer Kraft setzen und die Nichtmuslime einzuschüchtern.

    Leggewie handelt sehr schuldhaft, wenn er ausgerechnet die beiden Weltbürger, die beiden für die allgemeinen Menschenrechte kämpfenden Necla Kelek und Ralph Giordano beschuldigt, „den liberalen Muslimen“ das Leben schwer zu machen und den Weg in die Selbstbestimmung zu verbauen. Der sich revolutionär gebende Mann oder besser der strukturzersetzende Wohlstandsbengel sollte ein Jahr lang in den sonnigen Vereinigten Arabischen Emiraten leben oder in den malerischen Bergen Pakistans.

    „Todesurteil“ ist geschmacklos und grotesk, als ob Kelek und Giordano mit dem Krummsäbel durch Europas Städte laufen würden, mordgierig und auf der Jagd nach „liberalen Muslimen“. Was erlaubt der offensichtlich das Bürgertum und die verlässliche Demokratie hassende (antietatistische) Altachtundsechziger Leggewie sich?

    Warum verliert Schariafreund Leggewie kein Wort zur fehlenden Pressefreiheit in islamisch dominierten Ländern, kein Wort zur Frauenentwürdigung im klassischen Islam bzw. im Islamismus von Muslimbruderschaft und Milli Görüs?

    Mag sie viele Leser finden, die gebildete und zuverlässige Frau Necla Kelek ist mir wirklich ein Lichtblick.

    -Cees van de Duin-

  5. Frieda Says:

    Schuld ist immer… der Westen.

    Der Islam dagegen: eine tragische Opfergemeinschaft, ein hilfloser Spielball westlicher Intellektueller, missverstanden und gedemütigt. Eine ganz sensible Pflanze. Ein Kind, das gerne lernen würde, aber ständig von den überzogenen Forderungen der Pädagogen (= Westen) überfordert und frustriert wird.

    Wie schön, dass Leggewie seine Hand so behutsam ausstreckt.

  6. Helmut Zott Says:

    1.) Leggewie: „Wer baut, bleibt, und das bedeutet: Die Muslime passen sich an die Lebensverhältnisse wie an die Rechtsverhältnisse eines westlichen säkularen Landes an“.

    Der Islamwissenschaftler Dr. Raddatz wies einmal darauf hin, dass das „große Problem“ der Integration darin bestehe, dass der islamische Glaube einen „gesetzlichen, rechtlichen Teil“ enthält, der die Muslime verpflichtet, alles „nicht Islamische früher oder später zu überwinden“.
    Es geht auch heute noch um das ferne Ziel, das von Allah vorgegeben wurde und seit Mohammeds Zeiten verfolgt wird: Die weltweite Dominanz des Islam.
    Nur scheinbar und vordergründig liegt das Problem in einer persönlichen Willensentscheidung des einzelnen Moslems. Sein Glaube ist es, der ihn daran hindert, sich den Bedingungen des Unglaubens zu unterwerfen. Allahs Wille ist das Maß aller Dinge. Er fühlt sich auch, aufgrund seiner Zugehörigkeit zur Umma, elitär und erhaben über dem Rest der Welt, und kann sich dabei auf den Koran berufen, wo zu lesen ist: „Ihr seid das beste Volk, das je unter den Menschen entstand“. Uneingeschränkt gilt bis heute die als Hadith überlieferte prinzipielle Haltung: „Der Islam herrscht und wird nicht beherrscht!“ Das ist Programm und Ausdruck des Erwählungsbewusstseins und Totalitätsanspruchs der Vertreter der „einzig wahren Religion“.

  7. Helmut Zott Says:

    2.) Die islamischen Vordenker der Gegenwart haben Lösungen aufgezeigt und Wege ohne Integration gewiesen. Sie nehmen die „hidjra“ Mohammeds zum Vorbild und betrachten es als Verpflichtung für eine islamische Minderheit, sich aus dem offenkundig unislamischen gesellschaftlichen Umfeld zurückzuziehen, um dem schlechten Einfluss der vermeintlich korrupten Gedanken und Zustände der Ungläubigen und des politischen Systems zu entgehen. Die geistige und soziale Isolierung schließt eben auch den Rückzug der Muslime in die reine Umgebung einer Moschee mit ein, wo alles geboten wird, was ein autonomes Dasein ohne Integration im Umfeld des Unglaubens ermöglicht. Integration erfordert für fromme Muslime nicht Auseinandersetzung und kulturelle Korrespondenz mit den Gegebenheiten des aufnehmenden Landes, sondern Absonderung und, wie heute bei uns schon selbstverständlich erwartet, „Begegnung auf gleicher Augenhöhe“ und Entgegenkommen auf halbem Wege.
    Später dann, nach Erstarken durch die wachsende Geburtenrate und den weiteren Import junger Frauen aus Anatolien, erfolgen der Durchbruch zur islamischen Dominanz und die vollständige Durchdringung aller kulturellen Lebensbereiche nach altbewährtem Muster des „Medina-Modells“. Durch die fortschreitende demographische Verschiebung zu Gunsten der Muslime, und der immanenten Gesetzlichkeit einer Demokratie, wird es ihnen schließlich gelingen, die Vorschriften der Scharia (arab.: Weg) ganz legal und sukzessive einzuführen, um dann die Demokratie abschaffen zu können.

  8. Helmut Zott Says:

    3.) Die Integration in Deutschland ist gescheitert. Sie bekommt aber einen neuen Sinngehalt, denn Integration heißt für gläubige Muslime auf lange Sicht, dass sich die Ungläubigen an die neu geschaffenen Zustände und den nach Allahs Willen umgestalteten Staat anzupassen haben.
    Der Zweck aller Bemühung ist und bleibt die Errichtung einer durch Allah legitimierten Herrschaft, unter Annullierung der säkularen Gesetzgebung und der Unterordnung aller Ungläubigen unter den neuen Gottesstaat. Das Fernziel aber ist die Weltbeherrschung.

  9. antifo Says:

    Ich denke mittlerweile, daß es ein großer Fehler ist, wenn man säkular orientierte Zuwanderer aus der Türkei überhaupt als „Muslime“ bezeichnet. Schon indem man das tut, adoptiert man ja die islamische Sichtweise, dergemäß jemand der als Säugling die ‚Schahada’ ins Ohr geflüstert bekommen hat, automatisch ein Moslem sein müßte. In anderen Ländern werden Menschen umgebracht, weil es als Gottes Gesetz gilt, daß so ein „Muslim“ seinen Glauben nicht wechseln dürfte!

    Warum also sollte ich diese Sichtweise übernehen?

    Wenn ein Deutscher als Säugling getauft wurde, sich aber nicht für Bibelauslegungen interessiert und kein mehr Kirchenmitglied ist, dann wird er ja auch nicht als Christ bezeichnet. Und zwar ungeachtet dessen, daß die Taufe ein Sakrament ist, das sich nicht aufheben läßt!

    Warum sagt man dann „Muslim“ zu einem, der sich als zugewanderter Türke genauso wenig um den Islam kümmert? Die einzige Erklärung ist doch, daß man uns Hemmungen eingeimpft hat, jemanden aus der Türkei auch „Türke“ zu nennen. Wenn sich jemand als Türke oder Deutscher türkischer Abstammung sehen mag und säkular bleibt, ist das doch viel besser, als wenn er sich als „Muslim“ sehen muß.


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