Durban II: Was will eigentlich der Vatikan dort?

Unter Vatikan nimmt an Anti-Rassismuskonferenz der UNO teil ist als Grund zu lesen

Der Pressesprecher des Vatikans, P. Lombardi SJ, erklärte indessen, dass die Vertreter des Vatikans an ihrer Teilnahme festhielten. Der Heilige Stuhl werde bei der Zusammenkunft gegen jeglichen Rassismus und Antisemitismus intervenieren, was allerdings keine Zustimmung zu dem umstrittenen Entwurf des Schlussdokuments bedeute.

Nicht um etwas im positiven Sinne zu erreichen, sondern um etwas zu verhindern will man also teilnehmen. Muß man ja auch, weil es da ja gegen den Rassismus geht, denkt sich Lombardi.

Eine Delegation des israelischen Großrabbinats hatte den Vatikan letzte Woche aufgefordert, sich bei der Konferenz gegen einen „Angriff auf den jüdischen Staat“ zu stellen. Das geplante Schlussdokument trage einen „offen antisemitischen Charakter“, sagte Oberrabbiner Schar Jischuw Cohen bei einer Begegnung mit Papst Benedikt XVI. am vergangenen Donnerstag (ZENIT berichtete). Die Erklärung ignoriere die Bedeutung und die Lehren der Schoah. Cohen kritisierte, der Textentwurf der UN-Konferenz stelle eine Vorverurteilung Israels dar. Dabei würden „willentlich die wahren Täter der institutionalisierten Diskriminierung und Menschenrechtsverletzung“ außer Acht gelassen.

Wenn das israelische Großrabbinat den Vatikan auffordert, sich gegen einen „Angriff auf den jüdischen Staat“ zu stellen, kann ich das nachvollziehen. Nicht verstehen kann ich, weswegen der Vatikan dafür bei Durban II teilnehmen müßte. Die Shoah mag so bedeutsam sein, wie sie will. Den OIC-Staaten bedeutet sie überhaupt nichts und durch so ein Abschlußdokument wird sich das auch nicht ändern.

Nicht anders als der UN Menschenrechtsrat ist diese Konferenz eine Farce und Schande. Wenn der Vatikan daran teilnimmt, kann er nur noch mehr an Glaubwürdigkeit einbüßen.

Papst Benedikt XIV. winkt

Papst Benedikt XIV. winkt

Will Papst Benedikt seinen Delegierten die Hände derjenigen schütteln lassen, die auf taub schalten, wenn es gilt die Christen freizulassen, die bei ihnen daheim gefoltert werden, weil sie laut UN Zivilpakt nicht mal hätten getauft werden dürfen? Und wieso macht der Vatikanstaat überhaupt bei der UN mit?

Völlig recht hat der Papst dagegen bei der Kondomgeschichte. Was er in diesem Interview genau gesagt hatte, steht bei Kewil. Bei der hedonistischfuturistischen Grünen Jugend interessiert aber keinen. In deren Pressemeldung vom 18. März 2008 schreiben sie:

„Der Papst ist Irre!“

Zu den Äußerungen von Papst Benedikt erklärt Kathrin Henneberger, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND:

„Die Äußerungen von Papst Benedikt, Kondome würden nicht gegen AIDS helfen,
sind empörend und zeigen erneut: Der Papst lebt nicht in der realen Welt! Es ist unverantwortlich, wie er mit seiner falschen Propaganda das Leben von vielen Menschen aufs Spiel setzt. Allein im Jahr 2007 starben 2,1 Millionen Menschen an AIDS, drei Viertel davon in Afrika. Wir fordern den Papst auf, seine Äußerungen zurückzunehmen und sich mit seiner Ideologie des letzten Jahrhunderts aus der aktuellen Politik herauszuhalten.

das rot Markierte fordere ich auch. Nur wenn der Papst sich zu Kondomen äußert, ist das keine Politik. Er nimmt nur sein Recht auf Meinungsfreiheit wahr. Wer ihm das ernsthaft streitig machen will, sollte sich über das Totalitäre in seiner Ideologie klar werden.

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4 Kommentare - “Durban II: Was will eigentlich der Vatikan dort?”

  1. Olymphe Says:

    grundsätzlich bin ich für Meinungsfreiheit, aber es ist doch wohl ein sehr großer Uhterschied, ob ich was sage,die kaum jemand kennt und der nur wenige zuhören oder ob ein Papst etwas sagt, dem viele schlichte Gemüter an den Lippen hängen, glauben was er sagt und auch noch danach handeln. Da muss schon differenziert werden. So einfach kann man(n) es sich nicht machen.

    Wie war das mit der Trennung von Staat und Kirche? Was hat der Papst bei Durban ll zu suchen?

  2. antifo Says:

    Der Papst selbst geht nicht zu Durban II. Er schickt nur eine Delegation dorthin. Insofern ist Dein Argument im Grunde wertlos. Der Vatikan besteht ja nicht nur aus dem Papst.

    Das aber nur zur Klarstellung. Die RKK will ich damit nicht verteidigt haben.

    Ansonsten bin ich der Meinung, daß Schlichtheit im Gemüt viel zu oft mit Einfalt verwechselt wird. Einfalt kann durchaus auch etwas positives sein, wenn man darunter versteht, daß man sich vergegenwärtigt, daß wir aus Erde geschaffen wurden und wieder zu Erde werden sollen und deshalb nicht allzu große Töne spuckt. Schön umschrieben ist das in dem Lied „Der Mond ist aufgegangen“:

    Gott, laß dein Heil uns schauen,
    Auf nichts Vergänglichs trauen,
    Nicht Eitelkeit uns freun!
    Laß uns einfältig werden
    Und vor dir hier auf Erden
    Wie Kinder fromm und fröhlich sein!

    http://ingeb.org/Lieder/DerMondi.html


  3. […] wegen seiner klaren Haltung zu Aids und Kondomen derart zum Hassobjekt gemacht worden war, daß grün-alternative Jungfunktionäre zu verstehen gaben, daß sie keine Hemmungen hätten, ihn in eine Irrenanstalt zu stecken, bekommt […]


  4. […] Gerade auch Organisationen mit kirchlichem Bezug sollten den Appell unterstützten, weil nicht zuletzt auch die Freiheit der Christenheit auf dem Spiel steht! Deshalb ist mir immer noch völlig unverständlich, weswegen der Vatikanstaat daran teilnimmt. […]


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