Archive for the ‘Serbien’ category

Der atheistische Westen im Lichte der Orthodoxie

Mai 17, 2011

Übersetzung des Textes
The Atheist West in the Light of Orthodoxy
aus dem Jahr 2006
von Fr. Andrew

Das im Jahr 1993 gegründete Weltkonzil des Russischen Volkes besteht aus säkularen Zivilorganisationen unter geistiger Anleitung der Russischen Orthodoxen Kirche. Der Leiter des Konzils, Patriarch Alexius II. wird unterstützt von seinen beiden Stellvertretern, dem Metropoliten Kyrill von Smolensk und Kaliningrad und dem Vorsitzenden des Russischen Schriftstellerverbandes Valeri Ganitschew.

Bei dem vom 4. bis zum 6. April 2006 in der Christus-Erlöser-Kathedrale in Moskau abgehaltenen X. Weltkonzil des Russischen Volkes beschloss es eine Erklärung zur Würde und den Rechten des Menschen. Dieses orthodoxe Manifest wies das moderne westliche System  der humanistischen Werte offen zurück und appellierte an die russische Gesellschaft, das Konzept der Menschenrechte wieder im Licht des Evangeliums zu sehen. Die Entscheidung dazu die orthodoxe Sichtweise zu dieser Frage voranzubringen, war von dem Konzil im Jahr zuvor getroffen worden. Dies war angeregt worden durch die Sicht der Kirche, daß die westlichen säkularen Menschenrechte den geistigen und moralischen Werten des orthodoxen Glaubens überhaupt nicht entsprechen.

Daher fragte Patriarch Alexis II.: “Bis zu welchem Grad erlaubt die westliche Sichtweise zu den Menschenrechten einem orthodoxen Volk gemäß des Glaubens zu leben, den es bekennt?” Er erklärte die orthodoxe Sicht, wonach das westliche Konzept der Menschenrechte zu einem “Wiederaufleben des Neuheidentums” geführt hat. Die Teilnehmer des Konzils  verurteilten die “entstellte Sicht zu den Menschenrechten”, die im zeitgenössischen Westen vorherrschend geworden ist. Nachdem er alle traditionellen geistigen und moralischen Werte von sich gewiesen hat, führt der selbstsüchtige Individualismus der westlichen Sichtweise eindeutig zum einem Zusammenbruch von Gesellschaft und Ehe, zu sexueller Verdorbenheit und ökologischen Katastrophen.

Das Konzil lehnte besonders die Idee der “moralischen Autonomie” ab. Diese westlich-individualistische Idee, die aus dem Protestantismus hervorging und seit den 1960er Jahren vom römischen Katholizismus weitestgehend übernommen wurde, ist dem orthodoxen Glauben fremd. Sie postuliert, daß die individuelle moralische Autonomie nur von der Autonomie anderer Individuen beschränkt ist und daß es keine darüber stehende Autorität gibt, die zwischen Gut und Böse unterscheiden kann. Diese relativistische und im Grunde selbstsüchtige Lebenssicht kann von der Orthodoxen Kirche nicht akzeptiert werden.

Die Kirche glaubt, daß die Steigerung der Autonomie und der Rechte eines Individuums ins Absolute, ohne dem Gegengewicht moralischer Verantwortung, unvermeidlich zum Suizid der Zivilisation führt, wie das nun überall in der westlichen Welt geschieht.

So wie der zeitgenössische orthodoxe Heilige, St. Justin von Celije, vor ein paar Jahrzehnten schrieb: “Dunkle Nacht ist über Europa gefallen. Seine Abgötter stürzen in sich zusammen und der Tag ist nicht mehr weit, an dem nicht ein einziger Stein der europäischen Kultur mehr auf dem anderen sein wird, aus denen Städte erbaut und mit denen diejenigen Seelen zerstört wurden, die geschaffene Dinge angebetet und den Schöfper von sich gewiesen hatten.”

St. Justin von Celije

St. Justin von Celije

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Slava tebje Gospodi

Oktober 28, 2010

Serbian Orthodox Chant — Blessed be the Lord

Mai 31, 2010

SOK übernimmt Grundlagenlehre der ROK zu den Menschenrechten

Mai 23, 2009

Am 28. April 2009 fand in Belgrad (Serbien) eine Konferenz unter dem Leitthema: „Die Rechte der Menschen in der christlichen Tradition“ statt. Die Organisatoren der Veranstaltung waren: Metochi der Russisch-Orthodoxen Kirche in Belgrad, Christlicher Kulturzentrum (Serbisch-Orthodoxe Kirche) und eine Abteilung des Konrad-Adenauer-Fonds in Serbien. Die Konferenz wurde vom Bischof von Branitschewsk Ignatij eröffnet. Unter den Teilnehmern waren Politiker, Diplomaten, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Vertreter der Wissenschaft und Kultur aus Russland, Serbien und Bulgarien, Slowenien und Montenegro.

Mit dem Segen des Patriarchen von Moskau und ganz Russland Kyrill nahmen an der Konferenz der Vertreter des Vorsitzenden des Kirchlichen Außenamtes des Moskauer Patriarchats, Erzpriester Georgij Rjabych, der wissenschaftliche Mitarbeiter des Instituts für Weltliteratur der Russischen Akademie für Wissenschaft, N. W. Kotrelew, und der Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche in Belgrad, Erzpriester Witalij Tarasjew teil.

Eines der zentralen Anliegen der Sitzung waren die „Lehrgrundlagen der Russisch-Orthodoxen Kirche über die Würde, Freiheit und Rechte des Menschen“, die auf dem Bischofskonzil im Juni 2008 rechtskräftig wurden.

Im Namen des Patriarchen von Serbien Pavle begrüßte der Bischof Ignatij die Teilnehmer der Konferenz und betonte die Wichtigkeit des Dokuments der Russischen Kirche, das den Menschenrechten gewidmet wurde.

Erzpriester Georgij Rjabych, stellte den Versammelten die Hauptstützpfeile der Lehrgrundlagen vor. Er deutete darauf, dass das Dokument der Russischen Kirche die Orthodoxe Welt aufruft, sich mit der Sprache der Menschenrechte vertraut zu machen, wie in jener Zeit die Kirche sich der Sprache der hellenistischen Kultur bemächtigte, mit Hilfe derer sie ihre unveränderbare Lehre zum Ausdruck brachte. Zum Teil unterstrich der Erzpriester: „Die Orthodoxe Kirche hat über den Menschen und über die Gestaltung seines persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens etwas zu sagen, da sie auf einer jahrhundertlangen Erfahrung gründet. Darüber hinaus appelliert die Kirche von dieser Erfahrung Gebrauch zu machen, und sich unter anderem für die Verteidigung der Rechte einzusetzen.“

Im Laufe der Konferenz wurde ebenfalls das Problem der Wechselbeziehung des weltlichen Rechts und der religiösen Tradition in dem nationalen und internationalen Recht besprochen. Die Vertreterin der theologischen Fakultät der Universität von Sofia, M. Iwanowa, betonte diese Frage im Bezug auf die Situation, die aus der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in der Klage der bulgarischen Schismatiker resultierte.

Die Teilnehmer der Konferenz bedankten sich bei der Russisch-Orthodoxen Kirche für dieses Dokument, da es einen großen Beitrag in der Diskussionsentwicklung des betreffenden Themas in der orthodoxen Welt und außerhalb ihrer Grenzen leistet. Es wurde ebenfalls die Hoffnung ausgesprochen, dass nach diesen interorthodoxen „Lehrgrundlagen“, ein interchristliches Dokument in Erscheinung tritt.

 

Orthodoxe Hauptkathedrale in Belgrad

Orthodoxe Hauptkathedrale in Belgrad


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