Archive for the ‘Russland’ category

Zum Neuaufleben der Stachanow-Bewegung

Februar 6, 2013

Ein Ausschnitt aus dem sowjetischen Film … und morgen war Krieg (1987):

Die Szene zeigt in überspitzter Form den Alltag in unserem Land. Gemäß der heute üblichen Gesellschaftskonvention darf eine Frau nicht einfach eine Frau sein. Stattdessen hat sie sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen und soll gefälligst “Heldin der Arbeit” (im Film: “Stachanow-Arbeiterin“) werden.

Die werktätige Frau als Motiv der sowjetischen Propaganda

Kaschiert wird das mit der marxistischen Parole von der Selbstverwirklichung in der Arbeit. Wenn ich meine weiblichen Bekannten von ihrer Arbeit erzählen höre, dann verwirklicht sich keine von denen. Die Arbeit wird meist als notwendiges Übel und vielfach auch als Last empfunden.

Die heiligen orthodoxen Neumärtyrer von Russland

November 7, 2012

Antisemitenprozesse

November 7, 2012

In seinem Artikel Antisemiten und Islamfeinde: Hetzer mit Parallelen vom März 2012 spricht der Historiker Wolfgang Benz von Parallelen zwischen Islamkritikern und den Antisemiten zur Zeit des Berliner Antisemitismusstreits.

Wer sich ein Bild darüber machen will, findet hier einen fundierten Artikel des Paderborner Professors Dr. Martin Leutzsch, der die Zeitspanne 1870 bis 1931 umfaßt. Erwähnt wird u.a. ein Antisemitenprozess von 1884, bei dem ein Johann Gildemeister als Gutachter in Erscheinung trat.

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Russland veröffentlicht Bericht über Menschenrechtsverletzungen der USA

November 6, 2012

Offenbar als Reaktion auf die amerikanischen Versuche zur Einflußnahme auf die Politik Russlands hat das russische Informationsministerium einen Bericht über Menschenrechtsverletzungen in den USA veröffentlicht. Washington wird darin für die Nichteinhaltung seiner “internationalen Verpflichtungen” verurteilt und die Sorgen der “internationalen Gemeinschaft” wiedergegeben.


Beklagt werden verschiedene Erscheinungsformen von Rassismus, übermäßiger Einsatz von Polizeigewalt, Probleme im Bereich von Einwanderungspolitik und Menschenhandel, Defizite bei wirtschaftlichen und sozialen Rechten, die Mißachtung von Kinderrechten, Unzulänglichkeiten im Wahlrecht, Einschränkungen der freien Meinungsäußerung und der Pressefreiheit, Internetzensur, die Todesstrafe, Mißstände im Strafvollzug, die Verfolgung von Dissidenten und potenziellen Terroristen, der willkürliche Einsatz militärischer Gewalt in Kriegsgebieten, gezielte Tötungen, sexueller Mißbrauch und Folter in CIA-Gefängnissen im Ausland sowie Inhaftierungen ohne Anklage in Guantanamo.

Märtyrerzar Nikolaus II.

Oktober 26, 2012

Schlußfolgerung von Gregor Benewitsch

Oktober 21, 2012

Übersetzung von
The Jewish Question In The Russian Orthodox Church
von Gregor Benewitsch

Schlußfolgerung

Zum Abschluß dieser Diskussion will ich meine letzte Frage aufwerfen: Antisemitismus, gibt es das? Auf den ersten Blick erscheint diese Frage zumindest seltsam, wenn nicht gar absurd. Ist Antisemitismus nicht eine alltägliche Tatsache? Er existiert nicht nur, er ist auch weit verbreitet. Weit verbreitet ist jedoch nicht Antisemitismus, wenn wir Antisemitismus als Hass gegenüber den Juden verstehen. Uns ist eine andere Form dieses Hasses bekannt. Eine davon ist der Hass gegenüber Juden als der “auserwählten Nation” von Seiten einiger anderer Nationen, die auserwählt zu sein behaupten. Das war der Hass der Nazi-Deutschen. Dieser Antisemitismus ist jedoch kein reiner Antisemitismus. Oder er ist vielmehr überhaupt kein Antisemitismus. Die Juden wurden von den Nazis nicht als Rasse gehaßt, sondern genau deshalb, weil die Nazis dachten, daß die Juden ein Hindernis zu ihrer eigene Auserwähltheit darstellen. Die Nazis hassten die Juden somit nicht als Rasse (ein Volk mit diesen und jenen biologischen und physiologischen Eigenschaften), sondern als eine Nation, die nach ihrer Sichtweise die Verkörperung einer gewissen Idee darstellen. Die Nazis scheiterten also an der Unterscheidung zwischen den Juden als Rasse und der jüdischen Nation. Tatsächlich waren sie keine Rassisten, sie waren Nazis, was bedeutet, daß sie sich aus ihrer eigenen Nation einen Götzen machten. Ja, sie sprachen über die arische Rasse als Gegensatz zu anderen Rassen, besonders der jüdischen. Ihre Ideologie basierte jedoch auf dem Nationalsozialismus. Sie versuchten Rasse von Nation zu trennen und scheiterten daran.

Es gibt jedoch eine andere Art von Antisemitismus, den sogenannten christlichen Antisemitismus. Er besteht im Hass gegenüber den Juden als dem Volk, das daran scheiterte Christus anzunehmen und Ihn kreuzigten. Anders gesagt werden in diesem Fall die Juden gehasst auf der Grundlage einer negativen Haltung ihrem religiösen Glauben gegenüber. Hier ist es aber wiederum kein Hass den Juden gegenüber als Rasse, sondern die Rasse in einer gedanklichen Verquickung der sogenannten Antisemiten mit irgendetwas Religiösem.

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Die jüdische Frage in der orthodoxen Kirche

Oktober 21, 2012

Übersetzung von
The Jewish Question In The Russian Orthodox Church
von Gregor Benewitsch

Kapitel 3

Um zur Folgerung meines Vortrages zu kommen, will ich nun das schwierigste Problem der Quelle des Antisemitismus berühren. Die Hauptlehre, die die nicht-orthodoxe Christenheit aus Auschwitz gezogen hat, war daß der Antisemitismus vom Antijudaismus nicht zu trennen ist und seine Wurzeln darin hat. Theologen wie Jürgen Moltmann versuchen daher zu einer positiven Deutung des Judentums zu kommen. Hier ist zu erwähnen, daß das Judentum selbst in diese Richtung argumentiert. Nach Rabbi Schmuel Boteach, einem der führenden chassidischen Denker, sagt “der Talmud, daß der Grund für den Antisemitismus am Sinai begann … . Am Sinai … gab der Allmächtige … dem jüdischen Volk das wesentliche Gesetz, das es in eine moralische Nation verwandelte”. Aber, fügt Rabbi Schmuel hinzu, das war nicht genug, “die Juden wurden auch damit beauftragt, diese neue Botschaft unter allen Völkern der Welt zu verbreiten. In ihrer Eigenschaft als ‘Licht der Nationen’, waren sie verantwortlich für die Verbreitung der von Gott gegebenen Ethik zu allen Enden der Welt. Aus einer anderen Perspektive betrachtet wurden sie als Ärgernis für die Völker gesehen, deren Wunsch in der Dominierung derjenigen bestand, die schwächer als sie selbst waren. So begann der Hass gegenüber den Juden, deren prinzipielle Existenzberechtigung darin bestand, das Wissen über Gott … der Welt näher zu bringen.” (Moses of Oxford, Andre Deutsch, London 1994 v.2 p 661).

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