Archive for the ‘Frauen’ category

Warum Kurt Beck nicht vorwärts kommt

März 24, 2009

Anläßlich des Artikels von Necla Kelek in der taz zur Instrumentalisierung des Rassismusvorhalts gibt es bei Endstation Rechts eine bemerkenswerte Rezension zu einem Artikel der Autorin Güner Yasemin Balci aus dem Vorwärts zu lesen:

In ihrem Beitrag „Zwischen Burka und Bikini“ nimmt Balci zunächst Bezug auf eine Entscheidung des sozialdemokratischen Berliner Innensenators Ehrhart Körting, der sich dazu entschloss, den so genannten Burkini, einen Ganzkörper-Badeanzug, in städtischen Schwimmbädern zuzulassen. Körting begründet seine Entscheidung demnach damit, dass „all den Verschleierten in diesem Land“ die Möglichkeit geboten werden sollte, teilzuhaben.

Balci lehnt derlei Extrawürste ab und wirft der „Aufnahmegesellschaft“ vor, es interessiere sie nicht, wenn es „aufgrund von kultureller und religiöser Traditionen zu Menschenrechtsverletzungen kommt“: „Jede öffentliche Diskussion über die Diskriminierung von Frauen im Islam wird schön umgangen, genauso, wie wir unser Recht auf freie Meinungsäußerung im Zuge des Karikaturenstreits einfach totgeschwiegen haben. [...] Lieber schränken wir uns selbst ein, als dass wir einer religiösen Minderheit in diesem Land zumuten würden, sich an die Grundwerte unserer Demokratie zu halten.“

Das Gegenargument einer zum Islam konvertierten, deutschstämmigen ledigen Frau, die in ihrem Leserbrief anmerkt, sie hätte sich bewusst für das Tragen des Kopftuchs entschieden, da sie nach ihrem Charakter und nicht nach ihrem Aussehen beurteilt werden wolle, würde Balci nicht gelten lassen. Kritisiert ihr Appell doch gerade diese simple Reduzierung von Männern auf ihre „sexuelle Reizbarkeit“. Der Leserbrief war aber auch die Ausnahme, wie ENDSTATION RECHTS von der „vorwärts“-Redaktion erfuhr. Auffällig war die Resonanz: Die meisten Zuschriften erhielt die Redaktion für den Essay Balcis, von denen der überwiegende Teil zustimmend war.

Da fragt man sich doch, weshalb Kurt Beck seine Zeit in ergebnislosen Hinterzimmerdialogen (wenn sie denn stattfinden!!) verschwendet und nicht einfach den guten, alten Vorwärts liest? August Bebel hätte kein Verständnis dafür, zumal Beck mit seinen Schattendialogen säkular ausgerichteten Muslimen in den Rücken fällt.

Kurt Beck von der SPD

Kurt Beck von der SPD

Forum auf Seiten der Deutschen Islam Konferenz

März 22, 2009

Habe soeben entdeckt, daß es auf den Seiten der Deutschen Islam Konferenz auch ein Forum zum Diskutieren gibt. Wirklich diskutiert wird dort zwar nicht, aber man kann sich ansehen, was die Leute bewegt.

Hier ein Beispiel:

Ich habe während meiner gesamten Kindheit und Jugend erfahren: Die Freiheit, die der Islam für sich als Religion beansprucht, die nutzt er aus, um Menschen gegen jedes Recht zu unterdrücken. Und der deutsche Staat steht ihm dabei zunehmend zur Seite. 

Mädchen zum Beispiel begreifen die Anhänger Mohammeds getreu ihrem Vorbild als “willensschwache und moralisch bedenkliche” Menschen, deren Mehrheit in der Hölle landet, wie es der Prophet gesehen haben will. Deshalb durfte ich niemals an einer Klassenfahrt teilnehmen. Genauso wenig wie am Sportunterricht der manchmal gemeinsam mit Jungen stattfand, Ohne meinen Bruder oder einen anderen männlichen Verwandten durfte ich mich nicht bewegen. Und ich rede über meinen kleinen Bruder. Muss ich hier noch erwähnen, dass allein der Gedanke an eine selbstbestimmte Sexualität mich in Lebensgefahr brachte und bringt? 

Ich klage heute den deutschen Staat an, der meiner Familie erlaubte, im Namen der Religionsfreiheit mich als Menschen zweiter Klasse zu halten. Ich klage ihn an, weil er dem Islam erlaubt, sein Glaubenbekenntnis durch die Straßen zu brüllen. Ein Glaubensbekenntnis, das die Anhänger, die ich kenne, als Aufforderung verstehen, mich in ein Kopftuchwesen zu verwandeln. 

Für mich ist Religionsfreiheit vor allem und zuallererst die Freiheit, von jeder menschenverachtenden Hasslehre völlig unbehelligt zu bleiben. Sie darf niemals wieder Einflusss nehmen auf mein Leben!!!!! 

Huemeyra18.03.2009 | 20:50

Weak sentences of the false prophet

März 21, 2009

Under Female Genital Mutilation there is an article of the US-based Muslim’s Women League that argues against this practice. Besides an aimless discussion based on hadiths and koran verses it contains also clear statements:

Interestingly, many leading scholars of the four major Sunni schools of thought considered female circumcision to be at least recommended if not required.

the past times form of this sentence speaks the authors hope this still wide-spread reading of these traditional texts could be overcome. Her argument is that those hadiths that are typically quoted as to justify FGM are “weak” sentences from Muhammed and she struggles courageously against the words of the false prophet.

Another bright moment the author has then here:

Sadly, the notion that honor and shame fall so heavily on the shoulders of the women of any given family is pervasive throughout the Muslim world, including those countries where FGM is not known.

even though this state causes her deep grief, she fails to perceive this as the pivotal point of the whole problem.

Solving it will become possible only, if one liberates oneself from the false reading Muhammeds guidelines to actually safeguard the slaves of his harem as a revelation of God. Only then also the head cloth can obtain the status of normal clothing, that causes nobody any major griefs, since women will then be free to wear it or deposit it whenever they like.

Schwache Aussprüche des falschen Propheten

März 21, 2009

Unter Female Genital Mutilation gibt es einen Artikel der US-amerikanischen Muslimischen Frauenliga, der sich gegen diese Praxis ausspricht. Neben einer ziellosen auf Hadithe und Koranversen basierenden Diskussion des Problems enthält er auch klare Aussagen:

Interessanterweise erachteten viele führende Lehrer der vier großen sunnitischen Rechtsschulen weibliche Beschneidung als mindestens empfehlenswert, wenn nicht gar notwendig.

aus der in diesem Satz verwendeten Vergangenheitsform spricht die Hoffnung der Autorin, daß sich diese ja weiterhin bestehende Lesart überlieferter Texte überwinden lassen könnte. Sie argumentiert, daß es sich bei dem zur Rechtfertigung von FGM typischerweise angeführten überlieferten Hadithen um “schwache” Aussprüche Mohammeds handelt und wehrt sich damit tapfer gegen die Worte des falschen Propheten.

Einen weiteren lichten Moment hat die Autorin dann hier:

Leider ist überall in der muslimischen Welt die Auffassung verbreitet, daß Ehre und Scham erdrückend schwer auf die Schultern der Frau einer jeden Familie fällt und zwar auch in denjenigen Ländern, in denen FGM unbekannt ist.

trotzdem ihr dieser Zustand großen Kummer macht, kommt es ihr nicht in den Sinn, daß dies ja der Dreh- und Angelpunkt des ganzen Problems ist.

Lösen lassen wird es sich erst dann, wenn man sich davon befreit Vorgaben Mohammeds zum Schutz der Sklavinnen seines Harems fälschlicherweise als Offenbarung Gottes zu lesen. Erst dann kann nämlich das Kopftuch den Status eines gewöhnlichen Kleidungsstücks erhalten, das niemanden mehr groß kümmern muß, weil Frauen dann frei sein werden, es zu tragen oder abzulegen, wann immer sie möchten.

Jährlich 500 FGM-Opfer in Großbritannien

März 20, 2009

Auf AINA wird berichtet, daß es in Großbritannien gemäß einer Studie jährlich 500 mal zu Beschneidungen weiblicher Genitalien (FGM) kommt. Trotzdem diese praktisch ausschließlich an jungen muslimischen Mädchen vorgenommene Körperverstümmlung nach britischem Gesetz verboten ist, kam es in keinem einzigen Fall zu einem Arrest oder eine Inhaftierung.

Grund ist das gerade in Großbritanien ausgeprägte Phänomen, daß niemand über derartiges reden darf, weil es landläufig als Diskriminierung von Muslimen gilt. Daß dieses Menschenrechtsverletzungen begünstigende Redeverbot selbst diskriminierend ist, weil eben praktisch nur Musliminnen zum Opfer von FGM werden, wollen die linksextremen Meinungshüter auf keinen Fall wahrhaben.

So gibt sich etwa Bernard Schmid in einem Interview bei Trend-Info Partisan, sehr große Mühe darzulegen, daß FGM “entgegen anderslautenden Gerüchten nichts mit dem Islam“ hätte. Daß diese Ausführungen nicht stimmen können, sieht man allerdings daran, daß Sudan just einen Monat vor Schmids Interview das Verbot von FGM in Übereinstimmung mit einer gleichlautenden Fatwa aufgehoben hatte.  Daß Schmid auch davon überzeugt ist, daß “Israel von Faschisten regiert” würde, rundet an der Stelle das Bild ab.

Wer sich die Zustände mit FGM in Großbritannien vergegenwärtigt, wird verstehen, weswegen Roy W Brown von der humanistischen IHEU nach den Ereignissen vom 28. März im UN Menschenrechtsrat das hier schrieb:

Die Meinungsfreiheit ist das Recht, welches uns einzig ermöglicht, die Verletzung aller unserer anderen Rechte aufzuzeigen, zu kommunizieren und zu verurteilen. Ohne Meinungsfreiheit und Pressefreiheit gibt man der Schreckensherrschaften grünes Licht und macht es unmöglich, Korruption, Unfähigkeit, Ungerechtigkeit und Unterdrückung aufzuzeigen.

Nachdem die Meinungsfreiheit an diesem Tag einen schweren und kaum mehr behebbaren Schlag erlitt, sprach Brown völlig zurecht vom Ende der allgemeinen Menschenrechte.

Kommunistische Ikonogaphie


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