Archive for the ‘EU’ category

Zum Neuaufleben der Stachanow-Bewegung

Februar 6, 2013

Ein Ausschnitt aus dem sowjetischen Film … und morgen war Krieg (1987):

Die Szene zeigt in überspitzter Form den Alltag in unserem Land. Gemäß der heute üblichen Gesellschaftskonvention darf eine Frau nicht einfach eine Frau sein. Stattdessen hat sie sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen und soll gefälligst “Heldin der Arbeit” (im Film: “Stachanow-Arbeiterin“) werden.

Die werktätige Frau als Motiv der sowjetischen Propaganda

Kaschiert wird das mit der marxistischen Parole von der Selbstverwirklichung in der Arbeit. Wenn ich meine weiblichen Bekannten von ihrer Arbeit erzählen höre, dann verwirklicht sich keine von denen. Die Arbeit wird meist als notwendiges Übel und vielfach auch als Last empfunden.

Die Wahrheit der Orthodoxie

September 23, 2012

Übersetzung von
The Truth of Orthodoxy
erschienen 1952
von Nikolai A. Berdjajew

Die christliche Welt kennt die Orthodoxie nicht sonderlich gut. Sie kennt nur die äußeren und meistenteils, die negativen Eigenheiten der Orthodoxen Kirche und nicht den inneren geistigen Schatz. Die Orthodoxie war in sich eingeschlossen, sie hatte nicht den Geist des Proselytismus und offenbarte sich der Welt nicht. Die Orthodoxie hatte über lange Zeiträume hinweg nicht die weltweite Bedeutung wie Katholizismus oder Protestantismus. Sie war außen vor bei den über hunderte von Jahren währenden heißblütigen religiösen Kämpfen, lebte über Jahrhunderte unter dem Schutz großer Imperien (Byzanz und Russland) und bewahrte ihre ewige Wahrheit vor dem zerstörerischen Lauf der Weltgeschichte. Charakteristisch für die religiöse Natur der Orthodoxie ist, daß sie nicht ausreichend angepaßt und äußerlich dargestellt wurde, sie war nicht militant und genau deshalb wurde die himmlische Wahrheit der christlichen Offenbarung nicht derart entstellt. Die Orthodoxie ist diejenige Form des Christentums, die im Ergebnis der menschlichen Geschichte die wenigsten Entstellungen ihrer Substanz erlitt. Die orthodoxe Kirche hatte Momente der geschichtlichen Sünde, meistenteils in Verbindung mit ihrer äußerlichen Abhängigkeit vom Staat, aber die kirchlichen Lehren, ihr innerer geistiger Weg blieb intakt. Die orthodoxe Kirche ist vor allem die Kirche der Tradition, im Gegensatz zur katholischen Kirche, der Kirche der Autorität, und zu den protestantischen Kirchen, die wesentlich Kirchen eines individuellen Glaubens sind. Die orthodoxe Kirche war nie einer einzigen äußerlichen autoritären Organisation unterworfen, sie wurde von der Kraft ihrer inneren Tradition unerschütterlich zusammengehalten und nicht von einer äußeren Autorität. Es ist die orthodoxe Kirche, die unter allen Formen des Christentums am engsten mit dem frühen Christentum verbunden blieb. Die Stärke der inneren Tradition der Kirche ist die Stärke der geistigen Erfahrung und das Fortschreiten auf dem geistigen Weg, die Kraft des überpersonalen geistigen Lebens, in dem jede Generation den Bewußtseinszustand der Selbstbefriedigung und der Ausschließlichkeit abstreift und mit dem geistigen Leben aller früheren Generationen bis hin zu den Aposteln vereint ist. In dieser Tradition habe ich das selbe Erleben und die selbe Autorität wie der Apostel Paulus, die Märtyrer, die Heiligen und die gesamte christliche Welt. In der Tradition ist mein Wissen nicht nur personal, sondern überpersonal und ich lebe nicht in Isolation, sondern im Körper Christi, innerhalb eines einzigen geistigen Organismus mit allen meinen Brüdern in Christi.

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Die globale Katastrophe nimmt ihren Lauf

August 19, 2012

Ende Juli sagte ein russisch-orthodoxer Priester, daß der skandalöse Auftritt von “Pussy Riot” der Vorbote einer globalen Katastrophe ist. Er rief alle religiösen Gemeinschaften und auch Atheisten zu gemeinsamen Anstrengungen auf, um diese Katastrophe abzuwenden.

“Niemand soll sich Illusionen darüber machen. Weder in Russland noch in Europa noch in Übersee. Wir rufen jeden auf — Orthodoxe, Katholiken, Protestanten, und auch die Muslime und Buddhisten und alle Gläubigen und Ungläubigen weltweit — sich gegen diese Gefahr zu vereinen. Es ist die Gefahr, die der Verehrte Ambrosius von Optina kurz vor der Russischen Revolution 1917 so beschrieb: ‘In einem Teil des Dorfes wird man sie aufhängen und im anderen werden sie sagen, daß ihnen das nicht so schnell passieren kann’”, sagte Erzpriester Alexander Shargunow in einer Sendung von Radio Radonesch.

Erzpriester Alexander Schargunow

Erzpriester Alexander Schargunow

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Ungeziefer in türkischem Exportgemüse

Juli 11, 2012

Ende Juni 2012 veröffentlichte die russische Veterinärbehörde Rosselkhoznadzor einen Bericht, wonach in den vergangenen sechs Monaten 33 Fälle entdeckt wurden, bei denen von der Türkei nach Russland geliefertes Gemüse von Ungeziefer befallen war. Die Behörde erklärte, daß sie bei der Türkei auf strikte Einhaltung der russischen und internationalen Bestimmungen zum Verbraucherschutz gedrungen und auch vor einem Handelsembargo gewarnt habe. Bereits 2005 hatte Russland Importbeschränkugnen für türkisches Gemüse wegen Befalls mit Ungeziefer erlassen. Nach Deutschland und Großbritannien ist Russland der drittgrößte Exportmarkt für die Türkei.

Türkischer Gemüsehändler in Deutschland

Türkischer Gemüsehändler in Deutschland

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Syrien: Auf der richtigen Seite der Geschichte

Juni 19, 2012

Einige unbedarfte Zeitgenossen glauben immer noch an die Neutralität der westlichen Massenmedien. Sie durchschauen nicht wie Nachrichten mitunter zustande kommen. Als sie “erfuhren” daß “das Assad-Regime” Zivilisten in Hula “umgebracht hat”, stützten sich diese Berichte nur auf die im Brustton der Überzeugung verkündeten Stellungnahmen des US-Außenministeriums, das die einseitigen Schuldzuweisung durch die “Aktivisten” vorschnell übernommen hatte.

Seitdem kommt es ihnen so vor, als müsse das die Wahrheit sein. Teilweise systematisch werden relevante Hinweise und Informationen ausgeblendet, weil sie dieser “Wahrheit” widersprechen. Man sträubt sich dagegen, den letzten Stand der Erkenntnisse anzuerkennen. Freilich kann niemand ausschließen, daß sich auch daran nochmal etwas ändert. Es sieht derzeit aber nicht danach aus. Eine allgemein anerkannte Gewißheit wird es womöglich erst dann geben, wenn alle verfügbaren Zeugen im Rahmen einer von den Vereinten Nationen geleiteten Untersuchung angehört und berücksichtigt worden sind.

Dass US-Außenministerin Hillary Clinton die widersprüchlichen Angaben der Aktivisten ohne kritische Prüfung übernahm lag daran, daß US-Präsident Barack Obama den syrischen Präsidenten schon ein Jahr zuvor zum Rücktritt aufgefordert hatte — es mußte einfach stimmen. So wurde und wird die US-Regierung von ihren geliebten “Rebellen” in Syrien von einer Fehleinschätzung zur nächsten getrieben und hat immer noch keine Lösung. Frau Clinton gilt daher in den USA auch nicht als gute Außenministerin. Ihre Syrien-Politik wird scharf kritisiert, weil den US-Bürgern natürlich auffällt, daß kein tragfähiges Konzept vorhanden ist. Man erkennt und regt sich darüber auf, daß Obama das Heft des Handelns nicht in der Hand hat und ahnt daß der Präsident die Nation in eine Sackgasse geführt hat. Außer politischen Außenseitern wie dem texanischen Senator Ron Paul sagt niemand offen, wie es dazu kam.

Mitt Romney und Barack Obama

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