Archive for the ‘Antisemitismus’ category

Iran: Was Ahmadinedschad und Hitler eint

Juni 25, 2009

Im Streit um die Frage, wie Weltführer Obama gleichzeitig die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten Irans und seine Solidarität mit der iranischen Opposition in Worte hätte packen sollen, schlagen sich derzeit linksliberale und konservative Kosmopoliten gegenseitig die Köpfe ein

“Softpower oder hardpower?” ist die Frage, die sie wälzen …

Weshalb sie zu keiner ordentlichen Analyse imstande sind, erkennt man Seitenhieben wie diesem, der Jürgen Trittin galt:

es könnte allerdings auch sein, dass ein Antagonismus zwischen Volk und Führung einem deutschen Hirn einfach nicht zu vermitteln ist

Auf meine Frage im Kommentarbereich dort:

Woher dieser Selbsthass? Wer seine eigene Nation haßt, der kann auch in seinem Einsatz für die iranische Nation nicht glaubwürdig sein.

kriege ich zur Antwort:

Womöglich schreiben hier auch Leute, die eher am Wohl von Menschen denn an Nationen interessiert sind.

Man ist also dermaßen von seinem Internationalismus eingenommen ist, daß man völlig vergißt, daß an erfolgreiche internationale Politik gar nicht zu denken ist, wenn man auf nationaler Ebene versagt, weil man sie ideologisch ausblendet.

Für das Gros der Menschen im Iran ist die internationale Politik nicht der Dreh- und Angelpunkt. Würde Mussawi sich scheuen von der “iranischen Nation” zu sprechen, dann hätte er nie eine Chance auf einen Wahlsieg gehabt. Auch Chamenei bemüht sich diesen Begriff zu besetzen. Daß er das kann, liegt daran, daß die islamische Revolution von 1979 keinesweg nur eine schiitisch-internationalistische Komponente hatte. Letztlich ist es doch so, daß die Schwäche der jetzigen iranischen Führung gerade in ihrem Internationalismus besteht, der sich in der Unterstützung von Hamas und Hisbollah niederschlägt. So darnieder, wie die Wirtschaft dort ist, muß den Iranern das schon lange zum Hals heraushängen.

Man kann die Situation des Iran von heute durchaus mit der der Sowjetunion in ihrem Endstadium vergleichen: Wer etwa in Jekaterinburg lebte, der mußte schon ordentlich mit Ideologie vollgepumpt gewesen sein, daß er im Krieg in Afghanistan überhaupt einen Sinn gesehen hatte. Deshalb war es auch folgerichtig, daß das Nationale dort nach dem schmählichen Abzug aus Afghanistan eine so starke Aufwertung erfuhr.

Wer den Iran knacken will, der sollte sich die iranische Politik als einen Balanceakt zwischen “National-Schiiten” und “International-Schiiten” vorstellen. Wer im Iran national denkt, der wird weniger empfänglich für den Bazillus des Mahdi-Mystizismus sein, der die nuklearen Ambitionen des Iran überhaupt erst zur Gefahr werden läßt. Die eigentlichen Verbündeten der friedliebenden Menschen weltweit sind daher nicht die englisch sprechenden kosmoplitischen Studenten, sondern das nationale Lager im Iran. Bodenständige Menschen tendieren nämlich nicht dazu in anderen Ländern Krieg zu führen.

Man braucht auch keine Angst zu haben, daß der Vergleich von Ahmadinedschad mit Hitler dann nicht mehr funktionieren würde. Hitler war zwar Nazi, aber wäre er nicht auch gleichzeitig Internationalist gewesen, dann hätte er keinen Weltkrieg geführt, um das auszurotten, was er für das Böse hielt. Die Gemeinsamkeit von Ahmadinedschad mit Hitler ist, daß beide sich in einer Weltmission sehen.

Taliban bevorzugen US-amerikanische Webhoster

April 10, 2009

Die Washington Post berichtete gestern, daß afghanische Talibangruppen für ihre Kriegspropaganda besonders gerne auf US-amerikanische Webhoster zurückgreifen. Grund ist die Annonymität, die Zuverlässigkeit und die einfache Bedienbarkeit. Zwischen pakistanischen und amerikanischen Terrorbekämpfern kommt es deswegen zu Problemen. Die Amerikaner sehen darin eine gute Möglichkeit Informationen über den Feind zu gewinnen und sehen wenig Sinn darin die Seiten zu schließen, wenn sie kurze Zeit später woanders wieder auftauchen. Die Pakistani sähen die Seiten aber lieber geschlossen. Grund dürfte die Angst sein, daß die Botschaften darauf bei ihren Landsleuten auf fruchtbaren Boden fallen.

Gründe und Folgen der Besessenheit

April 5, 2009

Bei Kewil gibt es einen Kommentar von Leon de Winter, in dem es um die Frage geht, weswegen Europa dem Konflikt in Palästina und der “palästinensischen” Sicht so viel mehr Aufmerksamkeit schenkt, als all den Tragödien an anderen Orten der Welt. Er sieht darin den unbewußten Versuch, sich von der Judenverfolgung während der Nazizeit und Jahrhunderte davor irgendwie frei zu machen.

Ein wertvoller Debattenbeitrag, wie ich finde. Es wäre besser, wenn man Israel als ganz normale Nation sehen würde. Leider ist es nicht jedem gegeben, das so zu sehen.

Palästinensiches Volksfest in Rafah

Pogromstimmung in Rafah

Besonders schlimm ist, daß unter dieser Besessenheit auch Muslime leiden müssen, die durch Gottes Gnade den Weg zu Christus gefunden haben, wenn sie sich in Prozessen anhören müssen, daß ihre Konversion Teil eines “US-zionistischen Angriffs auf den Islam” sei.

Das antisemitische Kartell gegen Rechts

März 26, 2009

Im Freigeisterhaus war vor zwei Wochen ein Thema, bei dem es darum ging, daß Beiträge mit extremen politischen Inhalten in von Medienunternehmen unterhaltenen Internetforen überhandnehmen, so daß einige davon — weil der Moderationsaufwand zu groß geworden war — geschlossen werden mußten.

Über genau so einen Fall bin ich heute gestolpert.

Der Strang im offenen Forum von politik.de trug den Titel “Die Protokolle der Weisen…” und so wurde dort diskutiert:

Benutzer: El bin Bernd

wer hat sie gelesen, oder den Film auf ARTE gesehen, ist auch auf Youtube verfügbar.

Selbst wenn die Protokolle vom russischen Geheimdienst gefälscht wurden, stellen sie doch sehr gut, die heutige Gesellschaft dar, in der wir jetzt leben. Wie konnte der russische Geheimdienst vor fast 100 Jahren wissen, wie wir heute leben?

Benutzer: Da Sultan

Ich hab sie auch gelesen. Finde es ist ein sehr interressantes kulturhistorisches Schriftstück. In der Tat finden sich viele Parallellen zu unser heutigen Gesellschaft. Ein jammer, dass die Protokolle der Weisen von Zion hierzulande zu den verbotenen Schriftstücken gehört. Wovor haben die Zensoren denn Angst ?

Die Geschichte von der jüdischen Weltverschwörung ist jedenfalls ein grosser Unfug. Findet aber leider durch die für mich unverständliche Zensur nur umso mehr Anhänger.

MfG Salamalaikum

Benutzer: endo naef

Ach nein, und die Shoa war da bereits mit berücksichtigt, oder was?!
Hallo Antisemitismus

Benutzer: …

Daß die Jungs nicht gewitzt wären kann man nicht sagen, aber wie diese Diskussion weiterging kann man sich denken.

Rechts von diesem Themenstrang waren die Markenzeichen der Dienstleistungsbranche abgebildet, deren Interessensvertreter vor kurzem in Sorge waren, daß ein Niedergang der NPD zu Arbeitsplatzverlusten führen könnten:

 

Unter diesen Emblemen stand dann die Aufforderung extreme politische Inhalte zu melden. Deshalb schrieb ich eine Email an den Support von politik.de.

Ihr Inhalt war im Wesentlichen dieser:

Nachdem rechts daneben die Labels von

“Bündnis für Toleranz und Demokratie”
“Netz gegen Nazis.de”
“Schöner leben ohne Nazis”
“Mut gegen rechte Gewalt”

abgebildet sind, wunderte es mich dann doch, daß bei Ihnen hier auf diese Weise diskutiert wird. Auch wundert mich, daß es auf ARTE einen Film über die Protokolle der Weisen von Zion gegeben haben soll.

Kann es sein, daß diese Jugendlichen Sie für blöd halten?

ziemlich bald darauf bekam ich diese Antwort:

vielen Dank für den Hinweis. Der komplette Strang wurde aus dem Forum entfernt. Da solch Diskussionen leider immer in die gleiche Ecke führen.

der Strang war zwar weg, aber die Benutzer, die “immer in die gleiche Ecke” diskutieren, waren immer noch da!

Außer dem war der letzte Beitrag in diesem Strang dieses hier gewesen:

Benutzer: endo naef

Wenn du die Zeitgeist und Infokrieg-Filme siehst, könntest du zu einer anderen Meinung kommen, es geht auch weniger um Juden, sondern um das jüdische Prinzip, was die Welt beherrscht.

aleikum salam

Deshalb schrieb ich zurück und wollte wissen:

Ziehen Sie denn in Erwägung die entsprechenden Nutzer aus dem Forum zu verbannen?

Soweit ich gesehen habe, waren diese Nutzer ja keine Neulinge bei Ihnen im Forum:

El bin Bernd
Registriert seit: Nov 2007
Beiträge: 1.109

Da_Sultan
Registriert seit: Feb 2006
Beiträge: 2.135

endo naef
Registriert seit: Jun 2008
Beiträge: 145

Seitdem kam erst mal keine Antwort mehr. Grund könnte sein, daß der Moderator einfach nur zu sanftmütig ist oder noch viele andere Verpflichtungen hat.

Nicht verstehen kann ich allerdings, weswegen die oben erwähnte Dienstleistungsbranche in Sorge um ihre Arbeitspläte ist. Die einzige Erklärung, die mir einfällt, ist, daß die Leute bei Jungle World — bei denen war dieser Artikel zur NPD ja abgedruckt — wohl die letzten wären, die mit Antisemitismus ein Problem hätten.

Ergänzung: Jungle World Antisemitismus vorzuwerfen wäre wohl ungerecht. Eine Beißhemmung gegenüber dem mehr und mehr ineinander wachsenden linken und islamischen Antisemitismus ist gleichwohl auszumachen.

Nicht nur deutsche Richter haben Angst

März 17, 2009

Häufig wird ja gemutmaßt Richter, die in der Bundesrepublik bei bestimmten Fällen auffallend milde Urteile fällen, seien feige und fühlten sich durch Familienmitglieder des Angeklagten bedroht. Das nachzuweisen ist freilich schwer. Umso interessanter ist es da, sich Rechtsfälle in anderen Ländern anzuschauen. Aus dem Jemen wird berichtet, daß die jüdische Gemeinde sich dort weigert, das von der Familie des Täters angebotene Blutgeld anzunehmen und stattdessen auf eine ordnungsgemäße Verurteilung des Mörders beharrt. Die Strafe hierfür wäre nach jemenitischen Recht das Todesurteil. Auch wenn der arme Richter das im stillen Kämmerlein ebenso sehen mag, tut er sich schwer, einen Muslim für den Mord an einem Juden zum Tode zu verurteilen und zwar umso mehr, als der als geisteskrank eingestufte Mörder die jüdischen Anwesenden während des Prozesses lauthals dazu auffordert zum Islam zu konvertieren. Nach traditionell-islamischem Verständnis wird dieser Verrückte damit zu einer Art Heiligen. Verurteilt der Richter ihn zum Tode, macht er aus ihm auch noch einen Märtyrer. Dieser Richter ist also nicht zu beneiden.

Blick auf Sanaa im Jemen

Blick auf Sanaa im Jemen

Zwei Artikel in der Welt gegen Durban II

März 13, 2009

Kommentar in der Welt: Die Uno boykottieren!
Artikel und Abstimmung in der Welt: Antisemitismus: Boykottiert Deutschland die UN-Konferenz?

Bitte dort abstimmen und fleißig kommentieren!

Spiegel-Umfrage: Israel-kritische Uno-Konferenz boykottieren

März 13, 2009

Spiegel: Israel-kritische Uno-Konferenz boykottieren? mit Umfrage!
Libyen läßt 136 Islamisten mit Verbindungn zu Al-Quaida frei und 170 weitere sollen demnächst freigelassen werden
Evangelische Volkspartei richtet Anfrage an Bundesrat, um inhaltliche Position der schweizer Regierung zu Durban II zu erfahren
Jüdische Gemeinde in der Schweiz besorgt, um steigenden Antisemitismus im Vorfeld von Durban II
Koptischer Christ in Ägypten bei lebendigem Leibe verbrannt
Diskriminierung und Christenverfolgung in Münster – Medrum springt auf “neue Art von Rassismus”-Zug auf, um nicht von ihm überrollt zu werden
Entwurf der UN-Fatwa on Combating Defamation of Religions zu Durban II
Antisemitismus: Boykottiert Deutschland die UN Konferenz als ob es da nur um Antisemitismus ginge – mit Umfrage!


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